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Reuters
11.07.201222:57 Uhr

US-Notenbank gibt Wall Street wenig Mut

Die Wall Street hat am Mittwoch enttäuscht auf die Zurückhaltung der US-Notenbank bei der Stützung der Wirtschaft reagiert und den fünften Tagesverlust in Folge verbucht.

Die wichtigsten Indizes bewegten sich zwar nur geringfügig, aber die Kursverluste überwogen. Die Federal Reserve steht dem Protokoll der letzten Sitzung zufolge zwar der Möglichkeit weiterer Anleihekäufe offen gegenüber. Viele Mitglieder des für die Geldpolitik zuständigen Offenmarktausschusses wollen jedoch nur im Falle einer weiteren wirtschaftlichen Eintrübung zu diesem Mittel greifen. "Wir sehen wirklich keine klaren Anzeichen dafür, dass die Fed (einem dritten großen Programm von Anleihekäufen) näher gekommen ist als bei der vorangegangen Sitzung", erklärte Omer Esiner von Commonwealth Foreign Exchange.

Auch die Lage der globalen Konjunktur sowie die Schuldenkrise bereiteten den Investoren weiter Kopfzerbrechen. "Es herrscht Unsicherheit über das Wohl der Weltwirtschaft, und die meisten hoffen auf eine schnellere Lösung der Schuldenkrise, als sie die Politiker präsentieren können", beschrieb Andrew Wilkinson von Miller Tabak & Co die Gemütslage der Anleger. "Deshalb mangelt es an Bereitschaft, neue Handelsstrategien auszuprobieren."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte büßte 0,4 Prozent ein auf 12.604 Punkte. Im Handelsverlauf pendelte das Leitbarometer zwischen 12.534 und 12.661 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1341 Punkten und veränderte sich damit nicht. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,5 Prozent und ging mit 2887 Punkten aus dem Handel.In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 6453 Punkten aus dem Handel.

In den vergangenen Tagen hatte sich der US-Aktienmarkt eher sprunghaft gezeigt - auch weil die Umsätze vergleichsweise niedrig blieben. Nach wie vor belastet auch die Lage in der Eurozone die Märkte.

Im Interesse der Anleger standen die Aktien des Pharmakonzerns Eli Lilly. Das Unternehmen teilte mit, dass ein Schizophrenie-Medikament in der Erprobungsphase in einer klinischen Studie keine Wirkung gezeigt habe. Die Papiere gaben jedoch letztendlich nur 0,1 Prozent ihres Wertes ab und konnten damit anfängliche Verluste fast komplett wettmachen.

Auch der Marktführer bei Medikamenten gegen die Immunschwächekrankheit Aids, Gilead, musste einen Rückschlag verbuchen: Ein Präparat des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline schnitt in einem großen klinischen Test besser ab als die Vergleichsarznei von Gilead. Analysten trauen dem neuen Wirkstoff Jahresumsätze von mehreren Milliarden Dollar zu. An der Londoner Börse legte die GlaxoSmithKline-Aktie zu, während Gilead-Papiere im US-Handel zwei Prozent nachgaben.

Boeing -Aktien verloren gut zwei Prozent, obwohl der Luftfahrtkonzern bei der Branchenschau im britischen Farnborough einen Großauftrag über 30 Mittelstreckenjets vom Typ 737 verbuchen konnte. Die Bestellung hat nach Listenpreisen ein Volumen von 2,3 Milliarden Dollar.

Die Aktien des Elektronikhändlers Hhgregg stürzten um 36 Prozent ab, nachdem das Unternehmen einen unerwartet hohen Verlust in Aussicht stellte und seine Geschäftsprognosen kappte. Anleger fürchteten, dass dies kein gutes Omen für die Geschäfte des Rivalen Best Buy ist, dessen Aktien um mehr als acht Prozent nachgaben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,77 Milliarden Aktien den Besitzer. 1563 Werte legten zu, 1424 gaben nach und 127 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,62 Milliarden Aktien 1213 im Plus, 1232 im Minus und 130 unverändert.

 
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