Wohnen

Carolina Burger, David Hell
06.07.201214:51 Uhr
Investoren im Luxus-Palais

Investoren im Luxus-Palais

Neben Ski-Ass Rainer Schönfelder sind auch Meinl-Bank-Vorstand Robert Kofler sowie der Spitz-Getränke-Erbe Walter Scherb am Palais Principe, der teuersten Immobilie in Österreich, beteiligt.

Skifahrer Schönfelder feierte vor knapp einem Monat seinen 35. Geburtstag. Das größte Geschenk in diesem Jahr hat er aber noch vor sich.

Denn im Februar 2010 hat er sich mit knapp 920.000 Euro am teuersten Wohn-Immobilien-Projekt in Wien beteiligt: am Palais Principe am Hohen Markt Nummer 12. In Kürze möchte er seinen Anteil an der Wiener Innenstadt-Immobilie wieder abgeben. "Ich werde verkaufen und nicht länger beteiligt bleiben“, sagt Schönfelder im FORMAT-Gespräch.

Vermutlich wird er dies mit einem satten Gewinn machen. Neben dem schillernden Junginvestor haben sich am Palais Principe noch 15 weitere Personen beteiligt. Sie haben insgesamt 33,725 Millionen Euro an die Helvetia Versicherung (ihr gehörte bis dahin diese Immobilie) bezahlt und sind auch an dem neuen Palais-Projekt weiter beteiligt. Für die 16 Wohnungen, die in einem halben Jahr bezogen werden können, sollen knapp 60 Millionen Euro wieder retour fließen.

Allein für die zwei Dachgeschoßwohnungen werden 16 Millionen Euro verlangt. Die im Palais erzielten Quadratmeterpreise liegen zwischen 10.500 (unterstes Stockwerk) und 27.000 Euro (für zwei Dachgeschoßwohnungen) - ein Preis, der in Österreich einzigartig ist.

Glamour-Geldgeber

Und weil das Projekt so glamourös ist, stehen auch recht klingende Namen im Grundbuch. Neben Schönfelder ist dort etwa der Erbe des höchst erfolgreichen S.-Spitz-Getränke-Konzerns, Walter Scherb, zu finden. Der scheue Millionär ist über die St. Klemens Immobilien-Entwicklungs GmbH beteiligt. Die wiederum gehört zu 100 Prozent der St. Klemens Privatstiftung, die von der Familie Scherb gegründet wurde. Sein Investment beträgt 3,06 Millionen Euro.

Mit deutlich mehr ist Robert Kofler in das Projekt eingestiegen. Der Vorstand der Meinl Privatbank brachte 4,6 Millionen Euro ein. Und dann findet sich auch noch Otmar Michaeler (Chef der Falkensteiner Michaeler Tourism Group) in der Investorenliste, der dem Projekt aber nur 765.557 Euro anvertraute.

Einen weiteren Teil haben sich auch die beiden Projektentwickler Daniel Jelitzka (Chef der Immobilienfirma JPI) und der Finanzinvestor Michael Tojner gesichert. Über eine Tojner nahestehende Gesellschaft namens Ithuba Erwerbs GmbH wurde ein Anteil im Ausmaß von 2,29 Millionen Euro eingekauft. Danach wurde Ithuba in Helena Real Estate GmbH umgetauft und diese dann samt und sonders an die Infinia Investments Ltd. in Zypern übertragen.

Mit dem Lift ins Apartment

Wer immer von den ursprünglichen Investoren an Bord bleiben und wer immer neu an der noblen Adresse einziehen wird, feinster Luxus ist garantiert. Darum kümmert sich Daniel Jelitzka persönlich. An seinem eigenen Immobilien-Portfolio hat er bereits gezeigt, dass er Liegenschaften auf höchstem Niveau entwickeln kann.

Selbstverständlich wird es für die prominente Klientel einen Concierge-Dienst geben. "Dieser wird allerdings von außen zugekauft“, bestätigt Projektbeauftragter Martin Müller, Geschäftsführer bei JPI. Der Grund: Ein derartiger Service würde in etwa mit zwei Euro pro Quadratmeter zu Buche schlagen. Bei insgesamt 4.000 Quadratmeter Wohnfläche, die das Haus aufweist, würde das 8.000 Euro pro Monat an Mehrkosten verursachen. Jedes Apartment wird per Knopfdruck mit dem Concierge-Dienst verbunden sein.

Die Wohnungsbesitzer können sich zudem einen eigenen Parkplatz im Haus beschaffen - für wohlfeile 80.000 Euro pro Stellplatz.

Auf die Eigentümer der Dachgeschoßwohnungen wartet zudem ein weiteres Highlight: Sie können direkt von der Garage mit dem Lift in ihr Appartement fahren. Damit sie dabei nicht gestört werden, wird es natürlich für Lieferanten und die Bediensteten einen eigenen Lift geben.

 
pixel