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APA
05.07.201218:41 Uhr

Börsen Europa: EZB verdirbt Anlegern die Laune

Die europäischen Leitbörsen haben die Sitzung am Donnerstag nach volatilem Verlauf überwiegend im roten Bereich beendet.

Begründet wurden die Abschläge vor allem mit Gewinnmitnahmen sowie mit skeptischen Äußerungen von EZB-Chef Draghi. Auch der Euro geriet im Handelsverlauf stark unter Druck und rutschte unter die Marke von 1,24 Dollar.

Die EZB hat den Leitzins im Euroraum erstmals seit Einführung des Euro unter 1,0 Prozent gesenkt. Der Zins wird um 0,25 Punkte auf 0,75 Prozent verringert. Der Zins für Übernachteinlagen bei der EZB wird ebenfalls um 25 Basispunkte auf null Prozent reduziert. Die meisten Volkswirte hatten diesen Schritt im Kampf gegen eine Ausbreitung der Rezession erwartet, so dass er die Märkte nicht weiter beflügeln konnte. Auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Leitzinssenkung hatte EZB-Chef Mario Draghi zudem gesagt, dass sich die Wirtschaftsschwäche fortsetzen dürfte.

Die Bank of England teilte mit, dass sie ihr Anleihenkaufprogramm um 50 Milliarden auf 375 Mrd. Pfund (467 Mrd. Euro) aufstockt. Ihren Leitzins beließen die Notenbanker bei rekordniedrigen 0,5 Prozent.

Die spanischen und italienischen Anleihezinsen stiegen im Laufe des Donnerstag weiter an. Damit haben die spanischen Renditen nach einem Rückgang in den letzten Tagen sogar einen höheren Wert als vor dem EU-Gipfel Ende vergangener Woche erreicht.

Wegen der unerwartet starken Abschwächung seines Wirtschaftswachstums hat zudem China die Geldpolitik erneut gelockert. Überraschend senkte die Zentralbank zum zweiten Mal in nur einem Monat die Leitzinsen.

Die am Nachmittag veröffentlichten US-Daten fielen uneinheitlich aus: So haben die privaten Unternehmen in den USA im Juni deutlich mehr Jobs geschaffen als erwartet und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in der vergangenen Woche stärker als erwartet gesunken. Hingegen hat sich die Stimmung im Dienstleistungssektor im Juni deutlich abgekühlt.

Ein Branchenvergleich in Europa zeigte den Banksektor als mit Abstand größten Verlierer. Schwächer tendierten auch Versorger sowie Aktien aus dem Rohstoffbereich und Versicherer.

Unter den Einzelwerten rutschten in Mailand UniCredit um 5,13 Prozent auf 2,812 Euro ab und Intesa SanPaolo mussten ein Minus von 4,40 Prozent auf 1,044 Euro verbuchen. In Madrid fanden sich BBVA (minus 4,81 Prozent) und Banco Santander (minus 3,94 Prozent) auf den Verkaufslisten der Investoren.

Zu den wenigen Gewinnern im Euro-Stoxx-50 gehörten hingegen Volkswagen (VW) mit einem Kursanstieg um 5,08 Prozent auf 134,50 Euro. Die Börse feiert damit den am Ende überraschend schnellen Vollzug der Übernahme des Sportwagenherstellers Porsche durch VW. Am Mittwochabend hatten die Unternehmen mitgeteilt, dass das Sportwagengeschäft zum 1. August nun komplett unter das VW-Dach kommt. Dank eines gesetzlichen Schlupflochs umschiffen die Wolfsburger dabei eine milliardenschwere Steuerlast. Porsche-Aktien gaben um 1,24 Prozent nach.

 
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