Recht & Gesetz

APA
26.06.201212:50 Uhr
AvW-Pleite: Richter spricht AvW-Anlegerin Ansprüche zu

AvW-Pleite: Richter spricht AvW-Anlegerin Ansprüche zu

Ein vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) angestrengter Musterprozess gegen die Masseverwalter der pleitegegangenen Kärntner Finanzgesellschaft AvW ist am Dienstag im Sinne der rund 12.500 AvW-Genussscheininhaber zu Ende gegangen.

Nach dem von Richter Wilhelm Waldner mündlich verkündeten Urteil bestehen die Ansprüche einer Genussscheininhaberin, die die Papiere über die Börse gekauft hatte, zu Recht. Die Masseverwalter meldeten Berufung an, nun muss sich der Oberste Gerichtshof (OGH) mit der Causa beschäftigen.

Geht es nach dem Urteil des Richters, gilt die Genussscheininhaberin als "ganz normale Insolvenzgläubigerin" und darf mit ihren Ansprüchen nicht hinten angereiht werden. Sollte das Urteil Waldners beim OGH halten, wäre eine grundlegende Rechtsfrage geklärt. Dann wäre nämlich davon auszugehen, dass die Masseverwalter die Ansprüche aller Genussscheininhaber anerkennen. Und damit würde eine ganze Reihe von Prozessen nicht mehr notwendig werden.

Wie hoch die Quote aus der AvW-Insolvenz für die Gläubiger ausfallen wird, war vorerst nicht abzusehen. Laut Masseverwalter Gerhard Brandl wird die Masse letztlich 65 bis 70 Mio. Euro betragen. Es gebe allerdings noch einige offene Fragen, wie etwa eine Forderung der Finanz über 58 Mio. Euro, oder umgekehrt eine Forderung der Masseverwalter gegenüber einem ehemaligen AvW-Bilanzprüfer in der Höhe von 130 Mio. Euro.

Weitere geplante Musterverfahren wurden beim Prozess in Klagenfurt bis zur Entscheidung des OGH ruhend gestellt. Wann das Höchstgericht zu seinem letztgültigen Spruch kommt, war offen. Richter Waldner kündigte an, sein Urteil so rasch wie möglich ausfertigen zu wollen. Sobald das schriftliche Urteil vorliegt, will Masseverwalter Brandl die Genussscheininhaber schriftlich informieren.

 
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