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Reuters
26.06.201210:05 Uhr

Börsen Asien: Es geht weiter abwärts

Die Furcht vor einer Verschärfung der europäischen Eurokrise hat am Dienstag die Aktienmärkte in Fernost weiter nach unten gedrückt.

Auch die Hoffnungen auf den bevorstehenden EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag hielten sich in Grenzen. "Es ist fast sinnlos geworden, darauf zu warten", sagte etwa Chefstratege Daisuke Uno von Sumitomo Mitsui Banking Corp. Anleger rechneten nicht mehr mit einem Befreiungsschlag. Vor dem Gipfel agierten die Anleger besonders vorsichtig, betonte auch Hirokazu Yuihama von Daiwa Securities. "Investoren wollen sehen, in welche Richtung die Ergebnisse des Gipfels weisen." Die Möglichkeit eines Kompromisses halte ein Fünkchen Hoffnung am Leben. Noch sei aber völlig offen, welche Vereinbarungen getroffen werden könnten.

In Japan schloss der Nikkei-Index 0,8 Prozent tiefer mit 8663 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,85 Prozent auf 738 Stellen nach. Der MSCI-Index für Aktien der Asien-Pazifik-Region mit Ausnahme Japans notierte nahezu unverändert. Nach unten gingen die Kurse sowohl in Taiwan, Südkorea als auch Singapur. Im Plus notierten dagegen die Märkte in Hongkong und Shanghai. Die US-Börsen hatten am Tag zuvor deutliche Abschläge verbucht. Der Euro hielt sich über der Marke von 1,25 Dollar.

Bond-Auktionen im Fokus

Mit Spannung erwartet wurde, welche Zinsen Spanien bei der anstehenden Anleiheauktion für kurzfristige Papiere zahlen muss. Spanien beantragte am Montag nun auch offiziell Hilfen der EU-Partner für seine Banken über bis zu 100 Milliarden Euro. Die konkrete Hilfssumme sowie die Auflagen sollen bis zum 9. Juli feststehen. Mit Blick auf die gesunkene Bonität Spaniens stufte die Ratingagentur Moody`s die Kreditwürdigkeit von 28 spanischen Banken herab. Unter Anlegern stieg die Sorge, dass Spanien bald ganz unter den Euro-Rettungsschirm flüchten muss. Auch Italien, das für Dienstag und Donnerstag Anleiheverkäufe plant, rückte immer stärker in den Fokus.

Wasser auf die Mühlen war, dass mit Zypern ein weiteres Euro-Land einen Antrag auf Rettungshilfen stellte. Einige Börsianer gaben zudem zu Bedenken, dass neben der Euro-Krise noch weitere Gefahren drohten - etwa die Spannungen im Nahen Osten sowie die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft. "Das erschwert den Ausblick für längerfristige Investitionen", sagte Stefan Worrall von Credit Suisse.

Die Furcht vor einer Eskalation der Schuldenkrise ließ zudem den Yen attraktiv erscheinen, was die japanische Währung ansteigen ließ und Exportwerten zusätzliche Verluste einbrockte. Der Abwärtstrend wurde jedoch etwas gebremst durch Investitionen in als defensiv geltende Werte. Zu den Verlierern gehörten in Tokio unter anderem die exportabhängigen Werte TDK, Honda und Toyota mit Kursrückgängen zwischen 1,1 und 2,8 Prozent. Zu den defensiven Titeln mit Kursgewinnen gehörten dagegen die Aktien des Telekommunikationsunternehmens KDDI und Japan Tobacco.

 
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