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Reuters/feh
28.06.201218:05 Uhr

Schweiz: Am Ende bleibt's beim Minus

Kurseinbussen bei den Grossbanken und die Ungewissheit über den Ausgang des EU-Gipfels belasteten die Schweizer Börse. SMI schließt um 0,16 % tiefer.

Schwindende Hoffnung auf einen klaren Durchbruch beim dem EU-Gipfel und Kurseinbussen bei den Aktien der Grossbanken haben am Donnerstag die Schweizer Börse belastet. Enttäuschende Konjunkturdaten aus Europa trübten die Stimmung, die auch wie erwartet ausgefallenen Wirtschaftszahlen aus den USA nicht aufhellen konnten. Und auch an der nachgebenden Wall Street dominierte Skepsis über den Ausgang des EU-Gipfels.

Der SMI schloss um 0,16 Prozent schwächer bei 5987 Punkten. Der breite SPI fiel um 0,2 Prozent auf 5552 Zähler.

Deutsche Regierungsvertreter hätten die ohnehin nicht sonderlich hohen Hoffnungen auf eine Gipfel-Einigung weiter gedämpft, hiess es im Markt. "Aber auf einen Fahrplan, wie die Krise bewältigt werden kann, sollte man schon hoffen dürfen", sagte ein Händler. Das Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel begann am Nachmittag.

Angesichts der schwelenden Euro-Krise und der gedämpften Gipfel-Hoffnungen trennten sich die Marktteilnehmer einmal mehr von Aktien der Banken. Die Titel der UBS verloren 2,8 Prozent, während Credit Suisse um 3,3 Prozent tiefer aus dem Markt gingen. Gewinnmitnahmen drückten die Anteile der Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel. Händler sagten, die Bankaktien litten auch unter Abgaben im Vorfeld des Halbjahresultimos, da sie zu den Werten gehörten, die sich seit Jahresanfang am schlechtesten entwickelt hätten. "Viele Vermögensverwalter wollen solche Papiere nicht im Halbjahresbericht zeigen", sagte ein Händler. Die Banken standen europaweit unter Druck. Untersuchungen über angebliche Manipulationen bei Interbanksätzen wie Libor liessen Barclays an der Londoner Börse einbrechen. Der europäische Bankenindex verlor rund 2,5 Prozent.

Die Versicherungen schafften es zum Schluss teilweise in die Gewinnzone. Baloise verloren allerdings 1,3 Prozent.

Die als krisenfest geltenden Anteile des Lebensmittelmultis Nestle schlossen leicht fester. Die ebenfalls als defensiv beurteilten Aktien von Swisscom und Syngenta legten um mehr als ein Prozent zu. Die Titel der beiden Pharmakonzerne Novartis und Roche wurden leicht tiefer bewertet. Wenig verändert tendierten die Immobilienaktien.

Im Verlauf gerieten die Aktien zyklischer Firmen zumeist leicht unter Druck. ABB schlossen dann aber marginal fester. Holcim büssten 0,8 Prozent ein. Clariant setzten den Abwärtstrend um 2,5 Prozent fort, was Händler ebenfalls mit "Window dressing" erklärten.

Adecco, deren Wert seit der Bekanntgabe eines Aktienrückkaufsprogramms am Dienstag kräftig gestiegen waren, schwenkten mit einem Plus von 0,44 Prozent auf Konsolidierungskurs ein.

Eine Kaufempfehlung der UBS gab den Aktien des Textilmaschinenherstellers Rieter Schub. Der Titel zog mehr als vier Prozent an. Forbo und Vögele gaben vier Prozent ab

 
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