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Reuters
19.06.201218:04 Uhr

Dickes Plus an der Schweizer Börse

Trotz der weiterhin angespannten Lage in der Eurozone setzen Anleger stärker auf Aktien. Die Schweizer Börse gewann am Dienstag gegen Handelsschluss an Fahrt und der Index der Standardwerte schloss mit Unterstützung einer festeren Wall Street zum ersten Mal seit mehr als vier Wochen über der Marke von 6000 Punkten.

Dass die Anleger wieder zu mehr Risiken bereit waren, könnte nach Ansicht von Händlern unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass vor den Wahlen in Griechenland Aktienpositionen zu stark zurückgefahren wurden und dies nun korrigiert werde. Andere Marktteilnehmer gingen davon aus, dass die meisten schlechten Nachrichten nun in den Kursen enthalten sein sollten und es in den nächsten Monaten tendenziell aufwärtsgehen könnte. Über allem lag die Erwartung, dass die Notenbanken EZB und Fed im Zweifelsfall wieder mit Geldspritzen aushelfen werden. Nachrichten wie der überraschend starke Rückgang des ZEW-Index für Deutschland und hohe Zinsen bei Auktionen in Spanien konnten vor diesem Hintergrund den Aufwärtstrend nicht stoppen.

An Wall Street herrschte die Überzeugung vor, dass die Fed ihre konjunktur-stimulierenden Massnahmen fortsetzen oder sogar ausdehnen dürfte. Der FOMC-Ausschuss der Fed kam am Dienstag zu seiner regelmässigen Sitzung zusammen.

Der Schweizer Standardwerteindex SMI schloss 1,61 Prozent fester bei 6034 Zähler nur knapp unter dem Tageshoch. Der bereite SPI stieg 1,5 Prozent auf 5610 Zähler.

Gebremst wurde der Index durch die schwer gewichtete Nestle-Aktie, die zwar frühere Verluste aufholen konnte aber nur knapp im Plus schloss. Anlegern war eine Gewinnwarnung des Konkurrenten Danone in die Knochen gefahren. Der französische Konzern rechnet wegen der Krise in Spanien und Südeuropa mit einem Rückgang seiner Margen.

Banken und Versicherungen konnten kräftig zulegen. UBS stiegen 1,5 Prozent. Credit Suisse, zuletzt nach einer Eigenkapital-Schelte der Schweizerischen Nationalbank (SNB) unter Druck, legten 3,3 Prozent zu. Konzernchef Dougan hatte wiederholt erklärt, die Bank brauche keine Kapitalerhöhung. Bank Bär stiegen 2,2 Prozent. Der Zürcher Vermögensverwalter verhandelt nach eigenen Angaben mit Bank of America über den Kauf der 90 Milliarden Dollar grossen Vermögensverwaltung ausserhalb der USA. Bär könnte für das Geschäft 1,5 bis zwei Milliarden Franken auf den Tisch legen müssen. Für die Zürcher wäre die Übernahme, die nach Bär-Angaben noch keineswegs sicher ist, ein Quantensprung. Zurich Insurance zogen 2,1 Prozent an und Swiss Re legten drei Prozent zu.

Die Industrie- und die Luxuswerte rückten zumeist gut zwei Prozent vor. Holcim lagen mit einem Plus von einem Prozent am unteren Rand.

Allein in der Verlustzone zurückblieben die Titel des Prüfkonzerns SGS. Konzernchef Kirk hatte in einem Interview erklärt, das mittelfristige Umsatzziel werde wegen des starken Frankens auf sieben Milliarden von zuvor acht Milliarden Franken korrigiert. Die Aussage war nicht neu, aber die Aktie hatte erst vor kurzem ein Jahreshoch bei 1800 Franken erreicht und da waren Anleger Gewinnmitnahmen nicht abgeneigt. In Lokalwährungen sollte ein zweistelliges Wachstum bei stabilen Margen möglich sein, so Kirk weiter. SGS verloren 0,5 Prozent auf 1784 Franken

Novartis legten 1,4 Prozent zu. Der Konzern erhält ebenso wie andere Pharmafirmen von der US-Regierung Zuschüsse, um Wirkstoffe gegen Pandemien und Bioterror-Bedrohungen zu entwickeln. Roche stiegen um 3,4 Prozent. Der Basler Konzern vereinbarte mit Seaside Therapeutics eine Kooperation im Bereich der neurologischen Entwicklungsstörungen FXS und ASD, für die es bisher keine wirksamen pharmakologischen Behandlungen gibt.

Der Beginn eines Aktienrückkaufprogramms verhalf Phoenix Mecano zu einem Plus gut vier Prozent. Sulzer verbesserten sich fast drei zwei Prozent zu. Knapp fünf Prozent verloren die Titel des Stahlherstellers Schmolz+Bickenbach nach dem abrupten Abgang des Konzerns- wie auch des Finanzchefs.

 
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