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Reuters/feh
22.06.201218:10 Uhr

Euro-Börsen: Spanien dreht auf, der Rest Europas geht unter

Überraschung: Spanischer Leitindex IBEX gewinnt 1,52 % hinzu, im Rest Europas stellen die Ampeln auf Rot: DAX verliert nach Einbruch des ifo-Geschäftsklimaindex gar 1,26 %.

Aus Furcht vor einer deutlichen Abkühlung der Konjunktur haben sich einige Anleger am Freitag aus den europäischen Aktienmärkten zurückgezogen. Vor allem deutsche Werte standen auf den Verkaufslisten, nachdem der Ifo-Geschäftsklimaindex schlechter als erwartet ausgefallen war.

"Deutschlands Konjunkturaussichten dürften auf europäischer Ebene auch erste Bauchschmerzen auslösen", sagte Lars Kremkow, Marktstratege beim Brokerhaus Activtrades. Die Wachstumsinitiative der vier größten Volkswirtschaften der Euro-Zone - Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien - gehe zwar in die richtige Richtung. "Aber Europa muss erst noch beweisen, dass es ein nachhaltiges Konzept zur Steigerung der Wachstumsdynamik beschließen und umsetzen kann", betonte er.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Juni auf 105,3 Punkte von 106,9 Zählern im Mai, das Barometer sank damit den zweiten Monat in Folge. Zur Ankurbelung der europäischen Konjunktur verständigten sich die "Großen Vier" auf ein 130 Milliarden Euro schweres Wachstumsprogramm.

Der Dax verabschiedete sich mit einem Minus von 1,3 Prozent bei 6263,25 Punkten ins Wochenende. Im Vergleich zur Vorwoche liegt er aber immerhin noch 0,5 Prozent im Plus. Unter besonderem Verkaufsdruck standen am Freitag konjunkturabhängige Unternehmen wie BASF, HeidelbergCement und Infineon. Ihre Aktien verloren zwischen 2,1 und vier Prozent.

SPANIENS BANKEN IM AUFWIND - EZB-ENTSCHEIDUNG HILFT

Auf europäischer Ebene sah es für Aktien etwas besser aus. Der EuroStoxx50 verlor lediglich 0,5 Prozent auf 2186,87 Zähler. Der spanische Leitindex legte sogar 1,5 Prozent zu. Hier wirke offenbar die Erleichterung über die erfolgreiche Anleihe-Auktion vom Vortag nach, sagte Aktienhändlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets. Positiv sei zudem, dass der Kapitalbedarf für die spanischen Banken wohl deutlich niedriger ausfalle als gedacht.

Darüber hinaus weichte die Europäische Zentralbank (EZB) die Anforderungen an die Sicherheiten auf, die für Notenbank-Kredite hinterlegt werden müssen. Banco Popular, Bankia und Banco de Sabadell gehörten mit Kursgewinnen zwischen fünf und knapp elf Prozent europaweit zu den gefragtesten Finanzwerten. Der spanische Bankenindex legte 1,4 Prozent zu.

Auch bei spanischen Staatsanleihen griffen Investoren zu. Die Renditen der zehnjährigen gingen auf 6,35 Prozent zurück. Anfang der Woche hatten sie noch etwa einen Prozentpunkt höher gelegen. Die geringere Nachfrage nach Bundestiteln drückte den Bund-Future 62 Ticks ins Minus auf 140,90 Punkte.

MOODY'S STUFT 15 BANKEN HERUNTER - BAYER UNTER DRUCK

Die Herabstufung 15 internationaler Großbanken durch die Rating-Agentur Moody's rückte auch den Rest des Sektors ins Rampenlicht. Investoren zeigten sich hiervon aber kaum beeindruckt. Die Kursveränderungen der europäischen Institute, die eine schlechtere Bonitätsnote verpasst bekamen - unter anderem Deutsche Bank, Credit Agricole und Barclays - lagen in einer Spanne von minus einem Prozent bis plus einem Prozent. Der europäische Branchenindex schloss 0,2 Prozent fester. Der Schritt von Moody's sei allgemein erwartet worden, sagten Börsianer

 
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