Wirtschaft

Rainer Himmelfreundpointner, Vanessa Voss
25.03.201315:13 Uhr
trend-Ranking: Die 100 reichsten Österreicher

trend-Ranking: Die 100 reichsten Österreicher

  • Superreiche mit Vermögen von wenigstens 100 Millionen lassen auch Wirtschafts-, Finanz- oder Eurokrisen ziemlich kalt. Sie werden fast automatisch von Jahr zu Jahr noch reicher. Auch in Österreich, wie sich im traditionellen trend-Ranking zeigt.

Wenn sich die Nummer eins der Welt mit der Nummer 84 auf der Österreich-Liste handelseins wird, dann kracht es schon mal im Gebälk der hiesigen Wirtschaftslandschaft. Mit Getöse schlug hierzulande Mitte Juni die Nachricht ein, dass der laut dem „World’s Billionaires“-Ranking (US-Magazin „Forbes“) reichste Mann dieses Planeten, Carlos Slim Helu, dem Wiener Investor Ronny Pecik und seinen Partnern ihren 21-Prozent-Anteil an der Telekom Austria abkaufen.

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Die trend-Reichenliste: Österreichs Geldadel in Zahlen auf trendtop500.at
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Den „Besitzer von Mexiko“, wie Slim von „Le Monde diplomatique“ tituliert wurde, taxiert „Forbes“ auf ein Vermögen von 69 Milliarden Dollar oder etwa 55 Milliarden Euro. Und bald gehört dem Sohn eines zu Wohlstand gekommenen libanesischen Einwanderers eben auch die Sperrminorität an der Telekom Austria. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass er den österreichischen Konzern über kurz oder lang kontrollieren wird. Auch in Mexiko besitzt Slim seit 1990 die ehemals staatliche Telefongesellschaft Telmex, die ihm sein Kumpel, Ex-Präsident Carlos Salinas de Gortari, um wohlfeile 1,8 Milliarden Dollar zugeschanzt hatte, samt dem Mobilfunkgiganten America Movil.

Slims Firmenimperium, die Grupo Carso, umfasst Immobilien, Banken, Bauunternehmen, Bergbaufirmen, Restaurant- und Apothekenketten, eine Großbäckerei, Kaufhäuer bis hin zum TV-Giganten Televisa. Wer immer in Mexiko telefoniert, fernsieht, etwas einkauft, sich eine Zigarette anzündet, Geld abhebt, eine Reise bucht oder essen geht, macht diesen Mann noch reicher. Bereits heute entspricht sein Vermögen mehr als einem Viertel des mexikanischen Staatshaushalts. Sein Firmenkonglomerat trägt etwa acht Prozent zum BIP des 112-Millionen-Einwohner-Staats bei, und er kann rund 40 Prozent der mexikanischen Börsenkapitalisierung sein Eigen nennen. Vor etwa zehn Jahren hat der inzwischen auch immens wohltätig gewordene Tycoon eine beachtliche internationale Einkaufstour begonnen. Und auf diesem Weg ist er nach Beteiligungen an Philip Morris, der New Yorker Luxuskette Saks oder der New York Times Company jetzt auch in Österreich gelandet.

Eigene Leistung

Hier trifft Carlos Slim lediglich auf eine Familie, die annähernd in seiner Kategorie mitspielen kann. Der österreichische Clan der Porsches und Piëchs, der mit seinen Anteilen sowohl die gleichnamige Luxuskarossen-Schmiede als auch den VW-Konzern, Europas größten Autoproduzenten, kontrolliert, bewegt sich mit einem Vermögen von rund 35,5 Milliarden Euro in ähnlichen Reichtumsdimensionen. Danach folgt lange nichts. Bereits ab Platz zwei der diesjährigen trend-Liste müssen sich heimische Superreiche mit weniger als sechs Milliarden Euro begnügen. Aber immerhin: Bis inklusive Rang 24, der heuer von der traditionsreichen Unternehmerfamilie Kapsch belegt wird, reihen sich doch erstaunlich viele Österreicher, die dem Prädikat Milliardär entsprechen.

Lediglich eine Handvoll der Vermögen der hundert Reichsten geht dabei auf reine Erbschaften zurück, wie beispielsweise jene der Familien Flick (5,9 Milliarden Euro), Kahane (1,7 Milliarden) oder Karajan (470 Millionen). Der Großteil ist eigener Leistung zu verdanken: herausragendem unternehmerischem Geschick, allen voran bei Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz (Rang 3); einzigartiger ingenieurtechnischer Begabung, etwa bei der Plansee-Eigentümerfamilie Schwarzkopf (Rang 29); oder klugen Investitionsstrategien, wie sich nicht nur bei Maria-Elisabeth Schaeffer (Rang 18) und deren Einstieg beim Reifenhersteller Continental zeigt.

Eine sehr spannende Geschichte hat der Dornbirner Selfmademan Reinold Geiger, 65, zu bieten, der heuer erstmals in der trend-Liste aufscheint – und zwar gleich ganz weit vorne auf Platz 15. Der Tischlersohn gründete unmittelbar nach dem Maschinenbaustudium an der ETH Zürich einige kleinere Firmen, etwa ein Touristikunternehmen in London und die AMS Packaging Company in Paris, die sich auf Kosmetikverpackungen konzentrierte. Die Welt der feinen Düfte und edlen Salben ließ ihn bald nicht mehr los. Anfang der neunziger Jahre verkaufte er AMS und investierte den Gewinn in die kaum bekannte Kosmetikfirma L’Occitane. Nach schweren Anfangsverlusten baute Geiger den Laden zu einem weltweit tätigen Konzern aus.

Allein in den vergangenen vier Jahren stieg der Umsatz, getrieben von Hauptmärkten wie China, Hongkong, Japan oder Brasilien, von 415 auf 772 Millionen. Der Gewinn wurde in diesem Zeitraum auf knapp 100 Millionen Euro verdoppelt. Mitte 2010 brachte Geiger L’Occitane schließlich an die Hongkonger Börse. Inzwischen sind seine Anteile und die IPO-Erlöse rund 1,5 Milliarden Euro wert.

Immense Vermögenskonzentration

Die meisten Superreichen Österreichs durften im Vorjahr den „süßen Geschmack des Wachstums“, so das US-Wirtschaftsmagazin „Business Week“ über Reinold Geiger, genießen. Andritz-Miteigentümer Wolfgang Leitner oder Schoeller-Bleckmann-Aktionär Norbert Zimmermann profitierten zum Beispiel vom gestiegenen Börsenwert ihrer Unternehmen. Anderen ist es gelungen, die Früchte bereits verloren geglaubter Investments durch harte Arbeit zu ernten: etwa Frantschach-Erbe Andreas Kaufmann, der 2011 den Sanierungs-Turnaround beim darniederliegenden Kameraproduzenten Leica geschafft hat. Wieder andere brauchten zur Steigerung ihres Vermögens nicht allzu viele Finger krümmen, vor allem dann, wenn dieses wie bei Georg Stumpf oder Bettina Breiteneder vorwiegend aus Immobilien besteht. Der Wert von Liegenschaften ist im Vorjahr im Durchschnitt um 7,2 Prozent gestiegen, in Top-Lagen weitaus mehr. Und wer besonders viele Kunstwerke besitzt, wie die Familie Dichand oder Karlheinz Essl, durfte sich 2011 sogar über eine 14-prozentige Wertsteigerung freuen.

Weniger gut lief es beispielsweise beim Leuchtenproduzenten Jürg Zumtobel oder bei der Eigentümerfamilie des Kranherstellers Palfinger, deren Unternehmen stärker unter dem wirtschaftlichen Umfeld litten.

Aber eine uralte Binsenweisheit bestätigt sich trotz Krisen jeglicher Art: „Die Reichen werden immer reicher.“ Vor allem die sehr, sehr Reichen. Das hat zahlreiche Gründe: International gut aufgestellten Konzernen garantiert das Wachstum in den aufstrebenden Weltregionen selbst in schwierigen Zeiten verlässliche Gewinne. Auch große Finanzvermögen werden in der Regel weltweit diversifiziert, auch in steuersparenden Offshore-Regionen. Sachwerte wie Immobilien steigen in Krisenzeiten sogar noch im Wert. Und die in vielen Ländern steuerfreundlich organisierte Weitergabe des Geldes an die nächste Generation, etwa über Stiftungen, verstärkt ebenfalls die Konzentration in den Händen einiger weniger.

Bezogen auf Österreich, ergänzt Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel, seien die Belastungen zudem unfair verteilt. Während die Löhne und Gehälter hierzulande von 2000 bis 2011 um 42 Prozent gewachsen seien, habe das Steueraufkommen im gleichen Zeitraum um 47 Prozent zugelegt. Hingegen sind die Unternehmensgewinne mit 56 Prozent deutlich stärker gewachsen als die 27 Prozent Steuereinnahmen aus diesem Bereich.

Dadurch wird die Schieflage weiter verstärkt: Addiert man beispielsweise die Vermögen der zehn reichsten Österreicher und deren Angehöriger, so summieren sich diese auf beachtliche 85 Milliarden Euro. Das sind immerhin etwa sieben Prozent des gesamten Privatvermögens, das sich laut Arbeiterkammer auf rund 1300 Milliarden Euro beläuft. Die 50 reichsten Familien kommen zusammen auf knapp ein Zehntel dieser Summe.

Sensation in Österreich

Von Fachleuten wird die Spitze der Wohlhabenden ab einem frei verfügbaren Finanzvermögen (Bargeld, Wertpapiere, alternative Investments wie beispielsweise Immobilien) von 100 Millionen Dollar (80 Millionen Euro) als „Ultra-High-Net-Worth-Households“ (UHNW) eingestuft. Laut dem „Global Wealth Report 2012“ des internationalen Beratungsunternehmens Boston Consulting Group (BCG) verfügen diese UHNWs, von denen die meisten immer noch in den USA (2928) zu finden sind, weltweit über ein Gesamtvermögen von 7,1 Billionen Dollar (5,6 Billionen Euro) oder 5,8 Prozent des globalen Wohlstands. Sonstige Vermögenswerte wie etwa Flugzeuge, Yachten, Schmuck oder Kunst wurden in dieser BCG-Definition ohne viel Federlesens außen vor gelassen. Das Vermögen dieser pekuniären Oberschicht ist trotz Krise sogar weiter gewachsen, und zwar um 3,6 Prozent. Dass diese Vermögenskonzentration in Zukunft noch weiter zunehmen wird, ist ein zusätzliches zentrales Ergebnis der BCG-Studie. Vorausgesetzt, dass die Weltwirtschaft wieder Tritt fasst, werden die Superreichen in den nächsten vier Jahren ihren Wohlstand um jährlich acht Prozent auf 10,3 Billionen Dollar erhöhen können.

In Österreich dürfen sich gemäß diesem BCG-Report, der sich auf Untersuchungen von 130 Vermögensberatern weltweit beruft, gleich 301 Haushalte mit dem begehrten UHNW-Titel als „Superreiche“ schmücken. Bereits diese Zahl ist beeindruckend. Bezieht man sie noch auf die Zahl der Haushalte in einem Land, führt das zu einer kleinen Sensation. Demnach würde Österreich in der EU den ersten und weltweit dritten Platz punkto Superreichen-Dichte belegen, gleich hinter der Schweiz und Singapur. Allerdings lassen sich diese Ergebnisse kaum überprüfen, da BCG keine Details über ihr „Market-Sizing-Modell“ preisgibt. „Ich kann das jedenfalls nicht nachvollziehen“, sagt Christoph Kraus, Generalsekretär des Dachverbands, der rund 3400 österreichische Privatstiftungen mit einem geschätzten Gesamtvermögen von rund 70 Milliarden Euro vertritt. Es fehle dazu das Datenmaterial.

Normale Millionäre haben’s schwerer

Trotz solch leiser Zweifel belegen auch zwei weitere einschlägige Wohlstandsuntersuchungen – der „World Wealth Report 2012“ des Consulting-Unternehmens Capgemini und der „D.A.CH-Vermögensreport“ der liechtensteinischen Vermögensberatung Valluga – den offenbar unaufhaltsamen Aufstieg der Superreichen. Bei den so genannten „High-Net-Worth-Individuals“, zu denen man sich schon ab einem Vermögen von einer Million Dollar zählen darf, sieht die Sache hingegen etwas weniger rosig aus. In der Liga der ganz normalen Millionäre (etwa 12,6 Millionen Haushalte weltweit) hat die Krise mit all ihren Verwerfungen deutlichere Spuren hinterlassen.

So ist laut Capgemini 2011 das weltweite Vermögen aller Millionäre im vergangenen Jahr zum zweiten Mal seit dem Ausbruch der Finanzkrise geschrumpft: Mit einem Minus von 1,7 Prozent auf 42 Billionen Dollar fiel der Rückgang allerdings deutlich moderater aus als nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers (Rückgang 2008: minus 19,4 Prozent). „Die Kapitalisierung der Börsen verringerte sich angesichts der Unsicherheit über die Zukunft der Eurozone deutlich. Das hat sich negativ auf die Millionärsvermögen ausgewirkt“, sagt Klaus Schmid, Österreich-Chef von Capgemini. Überraschend dabei ist, dass sowohl in den USA und Europa als auch in Asien die Schmalspur-Dagoberts schmerzliche Verluste einstecken mussten.

Besonders stark traf es die österreichischen Millionäre. Ihre Finanzmittel schrumpften um 3,2 Prozent oder sieben Milliarden Euro – und damit sogar stärker als der EU-Durchschnitt. Kein Wunder: Die Wiener Börse verlor 2011 fast ein Drittel ihrer Kapitalisierung, ebenso wie die für Österreich wichtigen osteuropäischen Märkte. Die damit verbundenen Verluste konnten durch den Immobilienboom aber zumindest leicht gedämpft werden. „Mit 223 Milliarden Euro Gesamtvermögen sind die hiesigen Millionäre jedoch noch immer so reich wie kaum zuvor“, so der Valluga-Report.

Heute leben in Österreich laut dieser Studie immer noch 72.100 Millionäre, die meisten in Wien, Nieder- und Oberösterreich. In ihren Portfolios spielen Aktien zwar weiterhin eine wichtige Rolle, aber die Bestände wurden leicht abgebaut, und es erfolgte eine Umschichtung in Richtung Anleihen, Immobilien und Gold (siehe Grafik). Matthias Albert, Vorstand und Partner im Bankhaus Gutmann, fasst diesen Trend so zusammen: „Je größer das Vermögen, umso mehr achten unsere Kunden auf Werterhalt statt auf Wachstum. Eine Überrendite ist dann nicht mehr wichtig, um sich etwas leisten zu können.“

Die BRICs holen auf

Die größte Dynamik weisen naturgemäß die BRIC-Staaten auf. Allein in China stieg die Zahl der Millionäre laut Capgemini um 5,2 Prozent auf immerhin 562.000 Personen. Der reichste Chinese ist übrigens der Selfmade-Milliardär Robin Li, Erfinder der beliebtesten chinesischen Online-Suchmaschine „Baidu“. Sein Vermögen taxiert das US-Magazin „Forbes“ auf 10,2 Milliarden Dollar. Aber auch der Gründer des chinesischen eBay-Pendants „alibaba“, Jack Ma, ist mit einem Vermögen von schätzungsweise vier Milliarden Dollar ein gern gesehener Gast des protzigen chinesischen Milliardärs-Elitevereins „Kingdom Club“.

Das aufstrebende Brasilien gilt ebenfalls als neue Brutstätte für Reiche und Superreiche. Immerhin nahm dort die Zahl der Millionäre innerhalb eines Jahres um 6,2 Prozent zu. Vor allem der Rohstoffreichtum des Landes bringt große Vermögen hervor. Als reichster Brasilianer und gleichzeitig siebtreichster Mann der Welt gilt Eike Batista, 55 Jahre alt und Mehrheitseigentümer des Öl- und Gasgiganten OGX Petroleo e Gas.

In der Region Asien-Pazifik leben heute schon genauso viele Millionäre wie in den USA. Europa belegt nur noch den dritten Platz. Dieser Trend dürfte sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Laut der BCG-Studie sollen die Privatvermögen in Indien und China jährlich um 19 bzw. 15 Prozent bis 2016 anwachsen, deutlich stärker also als das durchschnittliche globale Wachstum von vier bis fünf Prozent. „Vor allem aufgrund des starken Wirtschaftswachstums wächst in den großen asiatischen Ländern eine neue Generation an Vermögenden heran“, schreiben die Experten der Boston Consulting Group. „Im Vergleich zu den Vermögenden in der alten, westlichen Welt, wo Erbschaften immer noch eine große Rolle bei der Vermögensbildung spielen, sind die neuen Reichen in Asien jünger, arbeiten dauernd daran, noch reicher zu werden, und achten weniger darauf, ihr Vermögen zu bewahren.“

Wie viel Reichtum ist gerecht?

Allerdings wird in vielen dieser aufstrebenden Länder die tiefe Kluft zwischen jenen wenigen, die in kurzer Zeit zu sehr viel Vermögen gekommen sind, und jenen, die ihr Leben lang gar nichts oder nur ganz wenig haben werden, immer stärker thematisiert. Auch in Österreich stellt sich angesichts der Finanzkrise vielen Menschen die Frage, ob die Reichen und die Superreichen ausreichend an den Kosten der Bewältigung dieser Misere beteiligt sind – oder ob sie nicht doch viel strenger an die Kandare genommen werden sollen. Sei es nun durch eine intensivere Besteuerung ihrer Vermögen, durch Wiedereinführung der Erbschaftssteuer oder andere regulative Maßnahmen wie etwa die Ende 2011 eingeführte 25-prozentige Kapitalertragsteuer auf Stiftungen.

Das vor einigen Monaten verabschiedete Sparpaket nimmt die Spitzenverdiener zwar stärker in die Pflicht, weil sie ab 2013 einen befristeten Solidarbeitrag zahlen müssen. Zudem haben künftig auch Immobilienverkäufer ihre Wertzuwächse zu versteuern. Doch einigen Politikern geht das längst nicht weit genug. Wie etwa dem oberösterreichischen SPÖ-Chef Josef Ackerl, der als „letzter Linker“ von einem Füllhorn träumt, das sich aus Reichensteuern speist: „Wenn Milliarden für die Bankenrettung ausgegeben werden, ist es nicht einzusehen, warum man keine Vermögensteuer erheben soll.“ Schließlich hätten die Reichen mit ihren Investments dazu beigetragen, dass so viel gezockt werden konnte. Geht es nach Ackerl, soll der Fiskus ab einem Vermögen von einer Million Euro und mit einem progressiven Steuersatz kräftig zulangen. Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel pflichtet ihm verständlicherweise bei: „Wer ein Riesenvermögen besitzt, muss zur Finanzierung des Gemeinwesens gerade in schwierigen Zeiten einen größeren Beitrag leisten.“

In anderen Ländern der Europäischen Union ist das bereits umgesetzt: So beträgt der Anteil der vermögensbezogenen Steuern am EU-BIP im Schnitt 1,3 Prozent. In Österreich liegt diese Quote aber lediglich bei 0,5 Prozent (siehe Grafik). „Würden wir diese auf das schwedische Niveau heben, ließen sich Einnahmen von 1,1 Milliarden Euro erzielen“, sagt der AK-Chef. Nicht nur für Tumpel wäre diese Maßnahme eine Notwendigkeit im Sinne höherer Verteilungsgerechtigkeit: Denn das reichste Prozent der Österreicher hat mit knapp 34 Prozent einen größeren Anteil am privaten Gesamtvermögen des Landes als 90 Prozent der Menschen, die zusammen nicht einmal über ein Drittel verfügen.

Weiterführende Links:

Die trend-Reichenliste: Österreichs Geldadel in Zahlen auf trendtop500.at

Forbes: The World's Billionaires

 
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