Kultur & Style

22.06.201209:42 Uhr
Rufus Wainwright mag man eben

Rufus Wainwright mag man eben

  • Rufus Wainwright 38, kommt mit neuem Album im Gepäck zum Jazz Fest Wien.

Mit seinem siebten Studioalbum "Out Of The Game“ (Decca / Universal), das vor wenigen Wochen erschienen ist, wagte sich der kanadisch-amerikanische Musiker Rufus Wainwright - für seine Verhältnisse - weit in die Gefilde des Kommerziellen vor.

"Es ist wohl das poppigste Album, das ich je gemacht habe“, wurde der 38-jährige Musiker im Vorfeld der Veröffentlichung nicht müde zu wiederholen.

Tatsächlich flirtete der exzentrische Sohn des Folkmusikerpaares Loudon Wainwright III und Kate McGarrigle selten so offensiv mit der leichten Muse. Zum guten Teil lag das aber wohl auch am Produzenten, den sich Wainwright für seine neue Arbeit ins Studio geholt hat: Mark Ronson. Der Londoner hat ein Händchen fürs Eingängige und veredelte im Laufe der Jahre Liedgut von Lily Allen, Christina Aguilera und Robbie Williams. Als wirkliche Großtat Ronsons gilt übrigens, dass er Amy Winehouse auf "Back to Black“ eine Art Sound für die Ewigkeit auf den Leib schneiderte. Für die Pop-Annalen scheint auch "Out Of The Game“ gedacht zu sein. Zumindest deuten Ronsons markige Sprüche wie "Hier wird das Beste von Zappa, den Byrds, Joni Mitchell und Jim Morrison vereint“ darauf hin.

Ganz so ist es nicht. Das Resultat ist aber noch immer ein außerordentliches, das gekonnt und unaufdringlich zwischen feudalen Soundeskapaden, Abstechern in Doo-Wop- oder Gospel-Gefilde und spartanisch Arrangiertes wechselt. Wainwright gibt dazu den Egozentriker, der mit feinem Witz von seinem Innersten erzählt. Sei es in einer Liebeserklärung an seinen Lebensgefährten oder in Gedanken darüber, wie es dereinst sein wird, wenn seine Tochter (die Mutter ist Leonard Cohens Tochter) ihre zwei Väter besucht. Wainwright kann man übrigens beim "Jazz Fest Wien“ besuchen, und zwar in der Wiener Staatsoper: 6. 7., 19.30 Uhr.

 
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