Wirtschafts- und Finanznachrichten Österreich

17.06.201214:01 Uhr
An Unis muss jeder Zehnte ab Herbst zahlen

An Unis muss jeder Zehnte ab Herbst zahlen

Mit dem Wintersemester 2012/13 wird an den Universitäten rund jeder Zehnte wieder Studiengebühren bezahlen müssen.

Zwar haben nur acht der 21 Unis beschlossen, in Eigenregie den Betrag von 363,36 Euro pro Semester einzuheben, und das auch nur - wie vor der Aufhebung der Regelung durch den Verfassungsgerichtshof (VfGH) - von Nicht-EU-Bürgern bzw. Studenten, die die Mindeststudiendauer um mehr als die zwei Toleranzsemester überschritten haben. Allerdings haben sich vor allem große Standorte dazu entschlossen, wie von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle aufgefordert Gebühren autonom in ihren Satzungen zu verankern und einzuheben.

Darunter ist mit der Uni Wien die weitaus größte Uni des Landes, mehr als 91.000 der insgesamt rund 292.000 Inskribierten studieren hier; dazu kommen andere große Standorte wie die Uni Graz (rund 28.000), Uni Innsbruck (27.000) und die Wiener Wirtschaftsuni (WU; knapp 26.000) sowie die Uni Linz (knapp 18.000), die Technische Uni Graz (12.000) und die kleine Uni für Veterinärmedizin (Vetmed) und das Mozarteum (je rund 2.000).

Laut Schätzungen der Rektoren werden jeweils rund 15 Prozent der Studenten an den acht Unis gebührenpflichtig sein, das macht rund 31.000 Studenten bzw. 10,6 Prozent aller Inskribierten. Alleine an der Uni Wien werden rund 13.700 Personen zahlen müssen, die Uni rechnet mit Einnahmen von neun Mio. Euro pro Jahr. Die Uni Graz erwartet Jahreseinnahmen von 3,5 Mio. Euro, jene in Innsbruck 2,5. Mio., die WU 2,2 Mio., die Uni Linz 1,8 Mio. und die Vetmed mehr als 220.000 Euro. Zum Mozarteum liegen keine Daten vor.

Die meisten Unis haben allerdings angekündigt, diese Mittel vorerst zurückzulegen und im Fall einer negativen Entscheidung des VfGH zurückzahlen. Dieser hatte mit 1. März jene Bestimmungen aus dem Gesetz aufgehoben, die festlegen, wann Studiengebühren zu zahlen sind und wann nicht. Laut einem von Töchterle in Auftrag gegebenen Gutachten des Wiener Verfassungsjuristen Heinz Mayer haben die Unis dadurch die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, ob und in welcher Höhe sie Studiengebühren einheben wollen. Die SPÖ wiederum legte Expertisen vor, die diese Vorgehensweise als nicht zulässig einstuften. Der VfGH wird nun aufgrund von Anträgen Betroffener, unterstützt von der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH), zu prüfen haben, ob diese Variante der autonom eingehobenen Studiengebühren rechtmäßig ist.

 
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