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Reuters
16.06.201207:53 Uhr

Wall Street steigt kräftig ins Wochenende

Die Aussicht auf eine konzertierte Aktion der wichtigsten Zentralbanken nach der Wahl in Griechenland hat am Freitag zu Kursgewinnen an der Wall Street geführt.

Für einen Dämpfer sorgten allerdings enttäuschende Zahlen von der US-Konjunktur. Zudem bleibt die Sorge um spanische Banken.

Aus Kreisen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer war bereits am Donnerstag verlautet, dass die Notenbanken die Finanzmärkte notfalls stabilisieren und eine Kreditklemme verhindern würden. Die Griechen wählen am Sonntag ein neues Parlament. Möglicherweise entscheiden sie indirekt auch über den Verbleib ihres Landes in der Eurozone.

Der Dow-Jones-Index der 30 Standardwerte stieg am Freitag um 0,9 Prozent auf 12.767 Punkte. Während des Tages pendelte er zwischen den Marken von 12.651 und 12.774. Beim S&P 500 betrug das Plus ein Prozent auf 1342 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte sogar um 1,3 Prozent auf 2872 Zähler zu. Auch die Woche insgesamt schlossen die Indizes mit Gewinnen ab: Beim Dow betrug das Plus 1,7 Prozent, beim S&P 1,3 Prozent und beim Nasdaq-Index 0,5 Prozent.

Börsianer bezeichneten die Gewinne der Wall Street am Freitag als nicht nachhaltig, da sich viele Anleger wegen der Wahl nicht aus der Deckung wagten. "Leider sind die Märkte und politischen Entscheidungsträger so sehr von geldpolitischen Lösungen entzückt, dass sie vergessen haben, wie die Dinge eigentlich funktionieren sollen", kritisierte der Derivateexperte Peter Cecchini von Cantor Fitzgerald. Wichtig seien Innovationen und eine wachsende Produktivität.

Zur Enttäuschung der Börsianer belegten neue Daten die Schwäche der US-Wirtschaft. Die Industrie im Staat New York verlor im Juni deutlich an Fahrt: Der Index für das Verarbeitende Gewerbe sank unerwartet kräftig auf den tiefsten Stand seit November. Auch die Industrieproduktion im gesamten Land ging überraschend etwas zurück.

Einige Investoren gegen davon aus, dass die enttäuschenden Konjunkturdaten die US-Notenbank dazu bewegen könnte, in der kommenden Woche eine lockere Geldpolitik zu signalisieren. Die Federal Reserve wird am Mittwoch nach einem zweitägigen Treffen ihre Politik erklären.

Bei den Einzelwerten stand der Softwarekonzern Microsoft im Interesse der Anleger. Das Unternehmen will nach einem Bericht des "Wall Street Journals" die Internetfirma Yammer für 1,2 Milliarden Dollar kaufen. Die Microsoft-Aktien stiegen um 2,3 Prozent.

Im Kampf gegen eine feindliche Übernahme durch den britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline drängt das Biotech-Unternehmen Human Genome andere Interessenten zu einem Gegengebot und legte hierfür eine Frist fest. Die Aktien von Human Genome legten 0,7 Prozent zu.

Weniger positiv reagierte der Markt dagegen auf einen Führungswechsel beim Baby-Nahrungshersteller Mead Johnson - die Titel gaben um 0,5 Prozent nach, nachdem der Konzernchef seinen Rückzug ankündigte.

Deutlich nach oben ging es mit Papieren des angeschlagenen Lastwagenherstellers Navistar : Sie verteuerten sich um 7,6 Prozent. Die Investmentfirma MHR Fund Management hatte bekanntgeben, einen Anteil in Höhe von 13,6 Prozent des Unternehmens gekauft zu haben. Die Aktie war schon in der vergangenen Woche gefragt, als Fiat Industrial sein Interesse bekundete. Einem Zeitungsbericht zufolge soll auch Volkswagen einen Einstieg prüfen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,5 Milliarden Aktien den Besitzer. 2063 Werte legten zu, 913 gaben nach, und 117 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,96 Milliarden Aktien 1759 im Plus, 755 im Minus und 99 unverändert.

 
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