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Reuters
12.06.201218:16 Uhr

Starke Schlussminuten an der Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Dienstag nach einem über weite Strecken verhaltenen Geschäft in den Schlussminuten angezogen. Der volatile Kurverlauf zeigt Händlern zufolge aber vor allem eines: Dass die Anleger nervös sind.

Die Erleichterung über die Hilfszusagen der Euro-Finanzminister für Spaniens Banken sei wieder verflogen, nachdem die Ratingagentur Fitch die Bonität von 18 spanischen Banken gesenkt hat. "Die Fitch-Aktion hat die Euro-Schuldenkrise wieder voll in den Vordergrund gehoben und die Erholung abgewürgt", sagte ein Händler.

Auch die Wahlen in Griechenland am Wochenende rückten wieder ins Bewusstsein der Anleger. Und im Fahrwasser der anziehenden Renditen spanischer und italienischer Staatsanleihen nahm die Angst vor einer Eskalation der Schuldenkrise wieder zu. Die Marktteilnehmer sorgten sich zunehmend, dass als nächstes Land Italien in den Strudel der Krise geraten könnte. "Die Hedgefonds bringen sich allmählich in Stellung", sagte ein Händler.

Der Leitindex SMI schloss um 0,8 Prozent fester mit 5920 Zählern. Der breite SPI rückte 0,6 Prozent auf 5507 Punkte vor.

Gefragte waren Titel von krisenresistenten Firmen. "Die Unsicherheit ist gross, da suchen die Anleger Schutz. Und den finden sie am ehesten in defensiven Werten", sagte ein Börsianer. Die Anteile des Lebensmittelriesen Nestle sowie der beiden Pharmakonzerne Novartis und Roche stiegen um mehr als ein Prozent. Der Roche-Genussschein erhielt auch Rückenwind durch eine Kurszielerhöhung von Goldman Sachs. Die drei Titel trugen dank ihrer hohen Gewichtung massgeblich zum dem Anstieg des Marktes bei.

Höher gehandelt wurden auch die Anteile des Telekomkonzerns Swisscom und des Agrarchemiekonzerns Syngenta.

Uneinheitlich zeigten sich nach einem wechselhaften Verlauf die Bankaktien. UBS zogen 0,6 Prozent an, während Credit Suisse 1,9 Prozent nachgaben. SocGen hat CS auf "Sell" von "Neutral" zurückgestuft. Julius Bär stiegen im Sog einer UBS-Kaufempfehlung kräftig um 2,7 Prozent.

Die Anteile zyklischer Firmen drehten im Schlusshandel zum Teil ins Plus - etwa ABB und Adecco. Holcim, Lonza und Sulzer hingegen gaben nach.

Bei den Nebenwerten retteten Basilea nach einem vorübergehenden Kurssprung von 15 Prozent noch ein Plus von vier Prozent über die Ziellinie. Die Biopharmafirma veräusserte ihr einziges auf dem Markt befindliches Medikament - Toctino gegen Handekzeme - für 216 Millionen Franken an GlaxoSmithKline. Abhängig von der US-Zulassung sind weitere Meilensteinzahlungen von bis zu 74 Millionen Franken plus zweistellige Umsatzbeteiligungen an den US-Verkaufserlösen möglich. Basilea will sich künftig auf die Entwicklung von Antibiotika und Krebsmedikamenten konzentrieren. Im Sog von Basilea gewannen auch die Titel des Grossaktionärs HBM Bioventure sieben Prozent.

 
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