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Reuters
14.06.201206:43 Uhr

Schwache US-Konjunktur und Hellas liegen der Wall Street im Magen

Belastet von Sorgen um Griechenland hat die Wall Street am Mittwoch mit Kursabschlägen geschlossen. Neue Anzeichen für eine Schwäche der US-Konjunktur ließen Börsianer an einer nachhaltigen Erholung der größten Volkswirtschaft zweifeln.

Der Einzelhandel verbuchte den zweiten Umsatzrückgang in Folge und die Erzeugerpreise gaben kräftig nach - ein Anzeichen für eine schwache Nachfrage. Die Daten versetzten dem ohnehin angeschlagenen Vertrauen einen weiteren Stoß, sagte Todd Schoenberger von der BlackBay Group. Die Richtung des Marktes werde abgesehen davon jedoch grundsätzlich völlig von der Schuldenkrise bestimmt, hieß es.

Der Dow-Jones-Index mit den 30 Standardwerten sank 0,6 Prozent auf 12.496 Punkte. Im Handelsverlauf pendelte das Marktbarometer zwischen 12.453 und 12.598 Zählern. Beim breiter gefassten S&P 500 belief sich das Minus auf 0,7 Prozent auf 1314 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,9 Prozent auf 2818 Punkte. Der Dax in Frankfurt verlor 0,1 Prozent auf 6152 Zähler.

Anleger klagten erneut über einen Mangel an Klarheit über das Schicksal Griechenlands vor den Wahlen am Sonntag sowie über die Details der EU-Hilfen für die spanischen Banken. Diese Verunsicherung hatte der Wall Street bereits in den vergangenen Tagen geringe Umsätze sowie einen volatilen Handel eingebrockt.

Bislang hatten die Anleger gehofft, dass China die Konjunkturschwäche in den USA und Europa zumindest etwas ausgleichen kann. Deshalb verunsicherte zusätzlich, dass ein Berater der Regierung in Peking mit den Worten zitiert wurde, die Wachstumsrate der Wirtschaft könne im zweiten Quartal auf unter sieben Prozent fallen.

Aktien von JPMorgan schlossen 1,6 Prozent höher, nachdem Konzernchef Jamie Dimon das Milliarden-Spekulationsdesaster der US-Großbank vor dem Bankenausschuss des US-Senats mit einer schlechten Überwachung der Händler und deren Ahnungslosigkeit begründet hatte. Ansonsten befinde sich die Bank in hervorragender Verfassung und werde im laufenden Quartal trotz allem einen soliden Gewinn verbuchen.

Die Aktien des Computerherstellers Dell konnten ebenfalls zulegen. Die Papiere stiegen um 2,5 Prozent, weil das Unternehmen ankündigte, dank florierender Geschäfte die Dividende zu erhöhen.

Die Titel von Johnson&Johnson verteuerten sich um 2,2 Prozent. Der Konzern will die Übernahme des Schweizer Medizintechnik-Herstellers Synthes für fast 20 Milliarden Dollar am Donnerstag offiziell abschließen und rechnet nun damit, dass der Deal die Gewinne schon in diesem Jahr antreiben wird. Bislang war das Unternehmen davon ausgegangen, dass sich der Kauf zunächst negativ in der Bilanz niederschlagen wird.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 700 Millionen Aktien den Besitzer. 942 Werte legten zu, 2048 gaben nach und 117 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,6 Milliarden Aktien 745 im Plus, 1726 im Minus und 103 unverändert.

 
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