Börse Wien

Reuters/feh
05.06.201219:03 Uhr
Reichster Mann der Welt schnappt sich ein Stückchen Telekom

Reichster Mann der Welt schnappt sich ein Stückchen Telekom

  • Slim - laut "Forbes" der reichste Mann der Welt - ist angeblich über seinen Mobilfunkkonzern America Movil bereits mit rund 4,1 Prozent bei der Telekom Austria eingestiegen.

Laut einem NEWS-Bericht steigt der mexikanische Milliardär Carlos Slim bei der Telekom Austria ein. Der reichste Mann der Welt soll bereits über vier Prozent halten. Die Telekom-Aktie reagierte sehr erfreut.

Ein NEWS-Magazinbericht über den Einstieg des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim hat am Dienstag die Aktien der Telekom Austria beflügelt. news berichtete auf seiner Internetseite, Slim habe bereits gut vier Prozent der Telekom-Papiere gekauft und ein Auge auf das knapp 21-Prozent-Paket des Investors Ronny Pecik geworfen. Die Aktie legte daraufhin bis zu zehn Prozent auf acht Euro zu.

Dem Bericht zufolge ist Slim - laut "Forbes" der reichste Mann der Welt - über seinen Mobilfunkkonzern America Movil mit rund 4,1 Prozent bei der Telekom Austria eingestiegen. Zusätzlich wolle Slim dem Investor Pecik seinen gesamten Anteil von 93 Millionen Aktien für 9,50 Euro je Stück abkaufen. Dafür müsste er gut 880 Millionen Euro auf den Tisch legen.

Beide Pakete - die 4,1 Prozent von Slim und die knapp 21 Prozent von Pecik - würden dann in eine gemeinsame Beteiligungsgesellschaft eingebracht, die somit rund 25 Prozent an der Telekom Austria hielte. Damit wäre sie nach der Staatsholding ÖIAG mit 28,4 Prozent zweitgrößter Anteilseigner. An der gemeinsamen Gesellschaft solle Slim 80 Prozent und Pecik über seine Stiftung 20 Prozent halten. Die Telekom Austria und die ÖIAG lehnten eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Deal mit Hindernissen

Noch sei der Deal aber nicht in trockenen Tüchern, berichtete das Magazin weiter: Der ägyptische Milliardär Naguib Sawiris sträube sich dagegen. Er trat als Geldgeber für Pecik bei dessen Einstieg bei der Telekom Austria auf und will den Anteil dem Bericht zufolge lieber an die norwegische Telenor verkaufen.

Sawiris wollte sich dazu nicht äußern. "Es tut mir leid, ich kann das nicht kommentieren. Sie müssen Herrn Pecik fragen", sagte er zu Reuters. Dieser hatte zuletzt erklärt, er denke derzeit nicht an einen Verkauf seiner Anteile. Wie langfristig sein Engagement sein werde, ließ er jedoch offen. Erst Ende Mai hatte ihn die Hauptversammlung in den Aufsichtsrat der Telekom Austria gewählt.

Slim hat Appetit auf Europa

Slim ist in Europa kein Unbekannter: Er ist bereits Großaktionär beim niederländischen Mobilfunkanbieter KPN und will seinen Anteil dort von gut fünf auf bis zu 27,7 Prozent ausbauen. Allerdings stößt er damit auf wenig Gegenliebe bei den Niederländern, die die Offerte von America Movil als zu niedrig bezeichnet hatten. Der mexikanische Konzern ist bisher kaum in Europa präsent, hat in Lateinamerika allerdings bereits alle Märkte erfolgreich abgegrast.

Mit dem Engagement bei KPN will Slim seine Aktivitäten nun auf andere Kontinente ausweiten. Ein Einstieg bei der österreichischen Telekom könnte ihm da ebenfalls zupasskommen: Das Unternehmen ist neben Österreich in weiten Teilen Osteuropas vertreten. Allerdings machen der Telekom derzeit der scharfe Wettbewerb und die maue Wirtschaftsentwicklung zu schaffen.

 
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