Wirtschafts- und Finanznachrichten Österreich

02.06.201218:38 Uhr
Deutschland ist frohen Mutes

Deutschland ist frohen Mutes

  • Deutsche Unternehmen optimistisch.
  • Investitionsbereitschaft steigt.

Umfrage unter 25.000 deutschen Unternehmen zeigt Optimismus, vor allem für das Exportgeschäft. Einzig die Sorge um den Euro trübt die gute Stimmung.

Deutsche Unternehmen schauen trotz der verschärften Schuldenkrise zuversichtlich nach vorne und setzen auf das Auslandsgeschäft. "Der Ausblick der Unternehmen auf die kommenden Monate ist spürbar optimistischer", erklärte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Mittwoch zu seiner Umfrage unter gut 25.000 Firmen. Der Verband erhöhte deshalb seine Wachstumsprognose für die Wirtschaft 2012 auf 1,3 von 1,0 Prozent. Die Exporterwartungen hellten sich erstmals seit einem Jahr auf. Für Impulse sorgten die Wachstumsmärkte Asiens, während die Rezession bei manchem Euro-Partner die Exportzuwächse bremse. "Allerdings kehrt die aus der Euro-Schuldenkrise resultierende wirtschaftspolitische Unsicherheit am aktuellen Rand zurück", räumte der DIHK ein.

Griechenland und Spanien sorgen für Unsicherheit

Im ersten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland mit 0,5 Prozent zwar unerwartet stark gestiegen. Zuletzt hatten Umfragen des Ifo-Instituts und unter Einkaufsmanagern jedoch wachsende Skepsis der Unternehmen zum weiteren Konjunkturverlauf an den Tag gebracht. Zudem sorgten die Lage in Griechenland und Spanien in den vergangenen Tagen zunehmend für Unsicherheit an den Finanzmärkten. Die DIHK-Umfrage wurde bereits Anfang Mai abgeschlossen. Die Kammerorganisation betonte nun, die Sparpakete und Reformschritte in vielen europäischen Ländern dämpften die Nachfrage nach Waren "Made in Germany". "Die robuste Entwicklung anderer Exportmärkte sowie die stabile Binnenkonjunktur verhindern aber Schlimmeres."

Investitionsbereitschaft steigt

Zudem steige die Bereitschaft der Firmen, zu investieren. Grund seien niedrige Zinsen und die hohe Auslastung. Binnenmarktorientierte Branchen wie die Bauwirtschaft, der Handel und Dienstleister stockten ihre Investitionsetats wieder auf. "Unverändert rege bleiben die Investitionsabsichten der Industrie." Unbeeindruckt von der Schuldenkrise zeige sich der Arbeitsmarkt. "Die Beschäftigungsabsichten der Betriebe steigen auf hohem Niveau leicht an", schrieben die DIHK-Experten. Sie betonten sogar, seit einigen Jahren stellten die Firmen bei guten Geschäftserwartungen dank größerer Flexibilität schneller ein. Zudem führe der Fachkräftemangel dazu, "dass Unternehmen Personal einstellen, wo es der Arbeitsmarkt noch möglich macht".

- Reuters, rp

 
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