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Jakob Arnim-Ellissen
16.04.201411:50 Uhr
Besondere Unternehmen

Besondere Unternehmen

  • Die heurigen Projekte der FORMAT-Aktion "Schule macht Wirtschaft“ sind so abwechslungsreich wie die teilnehmenden Schulen.

Er kam, um junge Unternehmer mit seinem Fachwissen zu unterstützen, und ging mit einem neuen Geschäftspartner. Der Besuch von Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl im Sonderpädagogischen Zentrum Holzhausergasse war auf vielen Ebenen etwas Besonderes.

Die Schülerinnen und Schüler des Ausbildungszentrums gründeten im Rahmen des JUNIOR-Programms das Unternehmen Sackholz, das bedruckte Einkaufstaschen und Regale aus gebrauchten Weinkisten herstellt.

Im Anschluss an die Präsentation ihres Unternehmens und ihrer Produkte konnten die Jungunternehmer gleich ihre Geschäftstüchtigkeit unter Beweis stellen. Sie zogen die Wirtschaftskammer als neuen Großauftraggeber an Land: Sackholz wird der WKO für den Europatag im Mai bedruckte Baumwolltaschen liefern, das Motiv dazu soll gemeinsam entworfen werden. Dieses wirtschaftliche Geschick und die rasche Entscheidungsfindung der JUNIOR-Unternehmer freute Christoph Leitl sichtlich: "Es ist schön, zu sehen, wie sich junge Menschen derart erfolgreich mit wirtschaftlichen Zusammenhängen beschäftigen.“ Genau das ist auch das erklärte Ziel des JUNIOR-Programms.

Wirtschaftspraxis

Bei JUNIOR gründen und führen 13- bis 18-jährige Schüler Unternehmen, die echte Produkte und Dienstleistungen verkaufen. Von der Marktanalyse über die Produktentwicklung bis zur Werbung und dem Verkauf übernehmen die Schüler alle Aufgaben von Unternehmensgründern. Die FORMAT-Aktion "Schule macht Wirtschaft“ ist Teil von JUNIOR und bringt ausgewählte Projekte mit Experten aus der Wirtschaft zusammen. Diese besuchen die Schulen und unterstützen die angehenden Unternehmer mit ihrer praktischen Erfahrung (siehe unten). Insgesamt haben heuer rund 2.200 Schüler und 200 Lehrer mehr als 180 JUNIOR-Unternehmen gegründet.

Das SPZ Holzhausergasse beteiligt sich schon seit mehr als zehn Jahren an JUNIOR und wurde heuer zum ersten Mal für "Schule macht Wirtschaft“ ausgewählt. Das Ausbildungszentrum will jungen Menschen mit Handicap Schlüsselkompetenzen vermitteln, die sie am Arbeitsmarkt im Alltag dringend benötigen. Dabei wird großer Wert auf den Praxisbezug gelegt - die Schüler betreiben unter anderem ein Café und ein Cateringservice. Die regelmäßige Teilnahme am JUNIOR-Programm bietet sich damit natürlich an.

Von der Wichtigkeit dieses Praxisbezugs in der Ausbildung ist Wirtschaftskammerpräsident Leitl überzeugt: "Hier lernen die Schüler grundlegende Fähigkeiten, die sie vor einem möglichen Scheitern im Leben bewahren.“ Aus diesem Grund spricht er sich auch für eine Ausweitung des Programms aus: "Eigentlich sollten solche Projekte an jeder Schule in Österreich angeboten werden.“

Neben dem SPZ Holzhausergasse besuchte Christoph Leitl im Rahmen der FORMAT-Aktion "Schule macht Wirtschaft“ auch die Modeschule HBLA Lentia in Linz.

HBLA Lentia – Soziale Mode als Erfolgsrezept

In seiner Heimatstadt Linz erlebte Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl zwei hochprofessionelle und bis ins kleinste Detail durchgestylte Präsentationen. Die Schülerinnen und Schüler der HBLA Lentia stellten ihm nicht nur ihre JUNIOR-Unternehmen Mr&Mrs Bag und Cherry on Top vor, sondern präsentierten in einer Modeschau auch gleich die jeweiligen Produktlinien.

Die jungen Modeschöpferinnen überzeugten dabei mit den frischen Designs der handgefertigten Taschen und Hauben. Besonders beeindruckt zeigte sich Leitl aber vom sozialen Fokus der Jungunternehmerinnen: Die Taschen von Mr&Mrs Bag werden in Kooperation mit der Organisation pro mente gefertigt, die Menschen mit psychischen und sozialen Problemen unterstützt. Die zweite JUNIOR-Firma, Cherry on Top, spendet den gesamten Reinerlös aus der Unternehmenstätigkeit an die Aktion Herzkinder Österreich. Christoph Leitl: "Ein tolles Zeichen der Solidarität.“

Ebenso angetan war der Wirtschaftskammerchef von der Marktreife der vorgestellten Produkte und den Businessplänen der beiden Firmen. Er legte den (mehrheitlich weiblichen) Jungunternehmern deshalb nahe, ihre Ideen auch in Zukunft weiterzuverfolgen: "Ich habe schon einige Projekte bei JUNIOR erlebt, aus denen sich später erfolgreiche Start-ups entwickelt haben.“

In der folgenden Fragerunde von einer Schülerin sofort auf die Chancen von Unternehmensgründungen in der derzeit eher schwierigen wirtschaftlichen Lage angesprochen, betonte Leitl, dass es in Österreich fünfmal mehr Neugründungen als Pleiten gebe. Nur bekämen die meist nicht so viel Aufmerksamkeit. Außerdem würden 90 Prozent der Neugründungen die ersten fünf Jahre überleben. "Ein europäischer Rekord“, so Leitl. Wichtigste Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg seien dabei Begeisterung und Kreativität. Dass es den Schülerinnen und Schülern der HBLA Lentia daran nicht fehlt, haben sie bei ihrer JUNIOR-Präsentation eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

 
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