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24.5.2012 08:41

RBI schafft glatte Gewinn-Verdoppelung

  • Nettogewinn erreichte im ersten Quartal 541 Millionen Euro. Damit wurden die optimistischsten Prognosen übertroffen.

Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat ihren Gewinn im ersten Quartal dank geringerer Vorsorgen für faule Kredite und positiver Einmaleffekte verdoppelt.

Unter dem Strich stand ein Plus von 541 nach 270 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Damit schnitt die Bank deutlich besser ab als von Analysten prognostiziert und übertraf sogar deren optimistischste Gewinnschätzung.

Zum einen profitierte die RBI zu Jahresbeginn vom geringeren Vorsorgen für faule Kredite, die um gut ein Viertel zurückgingen. Zum anderen spülten der vorzeitige Rückkauf von Hybridanleihen unter ihrem Nennwert und der Verkauf von Wertpapieren dem Haus insgesamt Sondergewinne von rund 270 Millionen Euro vor Steuern in die Kasse.

"Wir konnten mit diesem Ergebnis nahtlos an den Erfolg des vergangenen Jahres anschließen und das trotz weiterhin herausfordernder Rahmenbedingungen. Selbst unter Abzug der Sondereffekte bleibt unter dem Strich ein Gewinn", sagte Vorstandschef Herbert Stepic.

Im Kerngeschäft kam die RBI im ersten Quartal nicht vom Fleck: Der Zinsüberschuss schrumpfte um ein Prozent, der Provisionsüberschuss ging um drei Prozent zurück und das Handelsergebnis fiel um ein Drittel.

Einen größeren Hebel auf die Entwicklung der Erträge hat jedoch die Entwicklung der Vorsorgen für faule Kredite. Sie steigt in wirtschaftlich schlechten Zeiten tendenziell an und belastet so die Bilanzen der Banken. Die RBI konnte die Vorsorgen im ersten Quartal aber zurückfahren. Wegen einer besseren Entwicklung in Russland und der Ukraine gingen sie um 27 Prozent auf 153 Millionen Euro zurück. Bei der Konkurrentin Erste Group stiegen die Vorsorgen für faule Kredite wegen der mauen Wirtschaftsentwicklung in Ungarn und Rumänien im ersten Quartal um 26 Prozent. Bei der UniCredit -Tochter Bank Austria gingen sie jedoch um ein Viertel zurück.

Prognose mit Fragezeichen

Bei ihrer Prognose gab sich die RBI sehr zurückhaltend: Zwar sei für das zweite Halbjahr eine bessere Wirtschaftsentwicklung in Zentral- und Osteuropa zu erwarten, wo die RBI einer der größten Kreditgeber ist. Das Volumen der notleidenden Kredite könne aber geringfügig ansteigen. "Aufgrund der aktuellen Entwicklungen des wirtschaftlichen und des politischen Umfelds ist derzeit keine genaue Einschätzung in Bezug auf das Erreichen des Wendepunkts bei den notleidenden Krediten möglich", hieß es in einer Präsentation.

Beim Erreichen der von der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) unter bestimmten Stressszenarien vorgeschriebenen harten Kernkapitalquote von neun Prozent bis Ende Juni ist die Raiffeisen-Gruppe vorangekommen. In die Kalkulation der Regulierer fließen nicht die Zahlen der RBI sondern jene der nicht börsenotierten Mutter Raiffeisen Zentralbank (RZB) ein. Sie komme derzeit auf eine Quote von 9,3 Prozent. Um ein Niveau von mehr als neun Prozent zu halten, seien "nur wenige weitere Aktivitäten vorgesehen", teilte die Bankengruppe mit. Eine Kapitalerhöhung bei der RBI sei - abhängig von der weiteren Entwicklung der Märkte - weiterhin "eine mögliche Option", bekräftigte das Institut.

Reuters

24.5.2012 08:41
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