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22.05.201212:53 Uhr

Spaniens Banken – ein Fass ohne Boden

  • Den Banken in Spanien droht dem Internationalen Bankenverband IIF zufolge ein 76 Milliarden Euro schweres Finanzloch.

Mit Blick auf die kriselnde Wirtschaft könnten die Geldhäuser zusätzlich 76 Mrd. Euro brauchen, um Kreditausfälle zu schultern, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten globalen Wirtschaftsbericht des IIF hervorgeht. Der Verband schätzt die Höhe der faulen Kredite auf bis zu 260 Mrd. Euro.

Der Wert gehe auf eine Hochrechnung der erwarteten Verluste im vom EU-Rettungsschirm EFSF gestützten Irland zurück. "Spaniens makroökonomische Aussichten sind schlechter als die von Irland - vor allem was Wachstum und Arbeitslosigkeit angeht", stellt der IIF fest.

Die spanischen Kreditinstitute seien dabei, Mittel über 184 Mrd. Euro zusammenzutragen. Damit bliebe eine Lücke von bis zu 76 Mrd. Der Großteil der Verluste falle auf gewerbsmäßige Immobilienkredite an, die vor allem regionale Sparkassen halten. Diese könnten die Rückstellungen übersteigen und die Hilfe durch den Staat erforderlich machen, konstatiert der IIF.

Spanien sucht völlige Transparenz

Das krisengebeutelte Spanien hatte am Montag mitgeteilt, die Beratungsfirmen Oliver Wyman und Roland Berger sollen die heimischen Banken durchleuchten. Damit war das südeuropäische Land in die Offensive gegangen, nachdem die US-Ratingagentur Moody's in der vergangenen Woche 16 spanische Kreditinstitute herabgestuft hatte.

Das Einschalten unabhängiger Prüfer gilt als Kernstück, um den Märkten Klarheit über die tatsächlich in den Bilanzen schlummernden Risiken zu verschaffen. Die spanische Regierung hatte den Bedarf unterkapitalisierter Banken an zusätzlichen Geldspritzen des Staates auf weniger als 15 Mrd. Euro taxiert. Die Banken zwischen Bilbao und Barcelona sitzen nach der 2008 geplatzten Blase am Häusermarkt auf einem Berg von Immobilien-Krediten.

Reuters/hahn

 
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