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14.05.201212:52 Uhr

"Der Markt wird einen Austritt Griechenlands erzwingen"

  • Investoren könnten Griechenland aus der Eurozone treiben, unabhängig davon, was die Politik in Athen vorhat.

Das erklärt JPMorgan in einer Notiz an Investoren. Diese Entwicklung sei vor dem Hintergrund wachsender Sorgen denkbar, dass das Land von den internationalen Hilfen abgeschnitten wird.

“Der Markt wird einen Austritt Griechenlands erzwingen”, sagte Nikolaos Panigirtzoglou, Leiter Global Asset Allocation Europa bei der Bank. Ein Stillstand zwischen der sogenannten Troika aus Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank und den Verantwortlichen in Athen habe das Potenzial, “Angst und Panik auszulösen, und den Abfluss von Kapital und Spareinlagen aus Griechenland zu beschleunigen”, schrieb Panigirtzoglou. Dann wäre das Land letztlich darauf angewiesen, eigenes Geld auszugeben.

Anleihenrenditen explodieren, Börse in Athen crasht

Abzulesen ist die langsam steigende Panikneigung auch am Anleihenmarkt. Die Rendite von zehnjährigen griechischen Bonds zog dramatisch auf 26,48 Prozent an. Die Börse in Athen reagierte mindestens so nervös. De Leitindex plumpste neuerlich um rund fünf Prozent in die Tiefe.

Auslöser ist die gestiegene Wahrscheinlichkeit für Neuwahlen. Staatspräsident Karolos Papoulias wollte am Montagabend noch ein letztes Mal die wichtigsten Parteien des Landes auf eine gemeinsame Regierung einschwören. Allerdings kündigte der Vorsitzende der Radikalen Linken (SYRIZA), Alexis Tsipras, nach Angaben aus Parteikreisen an, dass er nicht an dem Treffen teilnehmen wird. Außerdem machte die kleine Partei Demokratische Linke (DIMAR) eine Beteiligung an der Regierung erneut davon abhängig, dass diese auch die Radikallinken mit einschließt.

Deutschlands Finanzminister Schäuble äußerte sich erneut sehr besorgt über die Lage des von der Pleite bedrohten Griechenland. Die politische Ungewissheit führe zu einer hochnervösen Situation in der Euro-Zone. Griechenland sei in einer furchtbar schwierigen Lage, sagte er. "Die Griechen müssen wettbewerbsfähig werden, das geht nicht ohne Schmerzen." Die normalen Leute treffe es natürlich am härtesten.

Agenturen/hahn

 
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