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18.05.201213:38 Uhr

Griechische Drachme: Die Druckerpressen stehen bereit

  • Der weltgrößte private Gelddrucker "De La Rue" stellt sich bereits auf die Rückkehr der griechischen Drachme ein.

Das britische Unternehmen "De La Rue" druckt Banknoten für mehr als 150 Währungen. Die Drachme produzierte es zuletzt vor mehr als zwei Jahrzehnten.

Angesichts eines mögliches Euro-Austritts Griechenlands müsse man sich auf alle Eventualitäten vorbereiten, sagte ein Insider - der anonym bleiben wollte - am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Aktienkurs legte um 0,3 Prozent zu, während der FTSE-250-Index gleichzeitig um 0,8 Prozent fiel.

Das britische Unternehmen druckt Banknoten für mehr als 150 Währungen. Die Drachme produzierte es zuletzt vor mehr als zwei Jahrzehnten. Bereits im November hatte De-La-Rue-Chef Tim Cobbold zu Reuters gesagt, dass sowohl die Schuldenkrise in Europa als auch Regimewechsel in Staaten wie Libyen neue Geschäftschancen böten.

Vergangenen Monat legte der Aktienkurs von De La Rue um elf Prozent zu. Falls Griechenland tatsächlich zur Drachme zurückkehre, dürfte vor allem die Staatsdruckerei die Banknoten herstellen, sagte Analyst Paul Jones von Panmure: "Aber die werden sich zusätzliches Volumen von außen holen, und das ist die Chance von De La Rue".

Euro ist so oder so unter Druck

Die Zuspitzung der Euro-Schuldenkrise treibt immer mehr Anleger in den US-Dollar. Citigroup sieht den Weg zur Dollar-Parität daher vorgezeichnet.

Derzeit bewege sich der Euro in einem so genannten Bärenmarkt, der vergleichbar sei mit dem Weg der Währungen vor 15 Jahren. Die Parität zum Dollar könne der Euro demnach in ein bis zwei Jahren erreichen, hieß es in einer am Donnerstag (Ortszeit) in New York vorgelegten Studie.

Auf dem Weg dahin sei bei der europäischen Gemeinschaftswährung in den kommenden Wochen voraussichtlich mit Kursen um 1,20 Dollar zu rechnen, erklärten die Strategen Tom Fitzpatrick und Shyam Devani von Citigroup Global Markets. Sie führten ihre Einschätzung zurück auf vergleichbare Handelsmuster der Euro-Vorgängerwährungen zwischen den Jahren 1985 bis 1997 und den Jahren 2000 bis 2012. Im Laufe der Zeit werde sich der Abwärtstrend verstärken.

Alleine im Mai hat der Euro zum Dollar bislang rund vier Prozent verloren und erreichte am Freitag mit 1,2642 Dollar den tiefsten Stand seit dem 16. Jänner.

Reuters

 
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