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15.05.201208:36 Uhr

Endlich Good-News: Deutschland feiert kräftiges Konjunktur-Comeback

  • Boomende Exporte und kauffreudige Verbraucher haben der deutschen Wirtschaft im 1. Quartal eine Rezession erspart.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs von Jänner bis März um überraschend kräftige 0,5 Prozent zum Vorquartal, teilte das Statistische deutsche Bundesamt am Dienstag in einer Schätzung mit.

Ende 2011 war die Wirtschaft noch um 0,2 Prozent geschrumpft - zum ersten Mal seit fast drei Jahren. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge wird von Rezession gesprochen. Die 41 von Reuters befragten Analysten hatten im Schnitt nur ein Plus von 0,1 Prozent erwartet, wobei die Schätzungen von minus 0,3 bis plus 0,2 Prozent reichten.

Ihre Erholung verdankt Europas größte Volkswirtschaft vor allem den gut laufenden Exporten und der Kauflaune der Verbraucher. "Nach vorläufigen Berechnungen sind die Exporte - anders als die Importe - zum Jahresbeginn gestiegen", schrieben die Statistiker. "Außerdem wurde im Inland mehr konsumiert als im Vorquartal." Das habe die sinkenden Investitionen teilweise kompensieren können. Details wollen die Statistiker am 24. Mai nennen.

"Starkes Comeback"

"Das ist eine sehr starkes Comeback", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Das Minus im vierten Quartal war nicht der Beginn einer Rezession, sondern nur eine Konjunkturdelle." Der Deutschland-Chefvolkswirt von UniCredit, Andreas Rees, führt das vor allem auf die starke Nachfrage nach deutschen Produkten außerhalb der Euro-Zone zurück: "Besonders die US-Geschäfte sind gut gelaufen".

Deutschland schlägt sich damit weit besser als Nachbar Frankreich. Dort stagnierte die Wirtschaftsleistung zu Jahresbeginn, nachdem es Ende 2011 ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gegeben hatte. Die gesamte Euro-Zone dürfte sogar in einer Rezession stecken: Analysten rechnen mit einem Minus von 0,2 Prozent, nachdem es bereits im vierten Quartal 2011 um 0,3 Prozent nach unten gegangen war. Eine erste Schätzung veröffentlicht Eurostat am Vormittag. "Deutschland schlägt sich deutlich besser als der Rest der Euro-Zone", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Krämer. "Aber ich glaube nicht, dass es in dem Tempo weitergeht."

Verglichen mit dem ersten Quartal 2011 zog das Bruttoinlandsprodukt um 1,7 Prozent an und damit mehr als doppelt so kräftig wie erwartet. Experten gehen deshalb davon aus, dass die Prognosen für 2012 nun angehoben werden. "Dieses starke erste Quartal wird zu einer drastischen Aufwärtsrevision der Prognosen für 2012 führen", sagte Andreas Scheuerle von der DekaBank. "Man muss mit einer Korrektur um rund einen halben Prozentpunkt rechnen."

Die Bundesregierung rechnet für dieses Jahr bislang mit einem Wachstum von 0,7 Prozent, das sich 2013 auf 1,6 Prozent erhöhen soll. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf einem robusten Binnenmarkt. Sinkende Arbeitslosigkeit und höhere Löhne sollen den privaten Konsum beflügeln, während niedrige Zinsen den Wohnungsbau und Investitionen ankurbeln dürften.

Reuters/

 
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