Geld & Service

11.05.201213:06 Uhr

Kein gutes Jahr für Rohstoffe – die Korrektur geht weiter

  • Rohstoffe verzeichnenheuer die schlechteste Entwicklung seit 2008. Nach einem achttägigen Preisrutsch sind die 2012er-Gewinne ausradiert.

Der 24 Rohstoffe umfassende Standard & Poor’s GSCI Spot Index entwickelt sich so schlecht wie zuletzt im Jahr 2008 entwickelt.

Öl und Kupfer erlitten den zweiten Wochenverlust in Folge, nachdem sich das Wachstum der Industrieproduktion in China abschwächte und sich die Produktion in Indien verringerte. Damit verstärken sich Sorgen über eine Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums, die insbesondere auch aus der Staatsschuldenkrise in der Euro-Region gespeist werden.

“Der Optimismus, den wir Ende 2011 hatten und der ein festes Fundament für viele Rohstoffe war, ist langsam geschwunden”, sagte Jonathan Barratt, Herausgeber des Rohstoff- Newsletters Barratt’s Bulletin in Sydney. “Der Ausblick bleibt durchwachsen bis negativ.”

Der S&P GSCI Index hatte bereits im März und im Juni nachgegeben. Mit den Verlusten dieses Monats ist der bisherige Zuwachs von 11 Prozent in diesem Jahr aufgezehrt. In den vergangenen zehn Jahren verzeichnete der Index 2008 den einzigen Jahresverlust. Als die Weltwirtschaft in die Rezession rutschte, brach er um 43 Prozent ein.

Chinas langsameres Wachstum bremst Rohstoffe aus

In China, dem größten Verbraucher von Energie und Metallen, wuchs die Wirtschaft im ersten Quartal so langsam wie seit drei Jahren nicht mehr. Allerdings lag die Inflation im April mit 3,4 Prozent den dritten Monat in Folge unter dem Jahresziel der Regierung, wie das chinesische Statistikamt am Freitag mitteilte. Das könnte Ministerpräsident Premier Wen Jiabao mehr Spielraum geben, um die Konjunktur anzukurbeln.

Börsengehandelte Rohstoffprodukte verzeichneten im April Abflüsse im Volumen von einer Milliarde Dollar. Vor allem aus Edelmetallen und Energie zogen sich die Investoren zurück, wie Analysten der Société Générale SA um Alain Bokobza am Donnerstag in einem Bericht schrieben. Sie führten den Rückzug insbesondere auf die schrittweise Konjunkturabkühlung in China zurück.

Bloomberg/hahn

 
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