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10.05.201210:00 Uhr

Neue Führung bei Palmers

  • "Finanzmann" an der Spitze des Wächekonzerns. Die Suche nach einem neuen Besitzer für Palmers läuft aber weiter.

Der zum Verkauf stehende grüne Wäscheriese Palmers hat einen neuen Chef: Seit Anfang Mai steht der 66-jährige Georg Bräuer dem Wiener Neudorfer Dessoushersteller vor.

Bräuer, studierter Betriebswirt, ist Berater, Bank- und Sanierungsexperte. Er kann auf namhafte Arbeitgeber wie die Bank of America verweisen und war auch Leiter des Großkundengeschäfts der Raiffeisen Zentralbank. Dass nun ein Finanzmann an der Palmers-Spitze steht, deutet an, worum es geht: nicht um das Handelsgeschäft, sondern um die Finalisierung des Verkaufs.

Max Römer, Geschäftsführer des deutschen Palmers-Miteigentümers Quadriga, bestätigt die FORMAT-Recherchen: „Georg Bräuer ist der richtige Mann. Eine aufwendige Vorstandssuche, die sich sonst über Monate zieht, ist auch deswegen nicht in Erwägung gezogen worden, weil eine solche Entscheidung mit dem künftigen Eigentümer von Palmers abgestimmt würde.“ Der bisherige Palmers-Boss Gerd Petermann habe das Unternehmen aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Nun soll Bräuer endlich Nägel mit Köpfen machen. Schon seit dem Vorjahr sucht Palmers nach einem neuen Besitzer. Doch leicht war die Sache bisher nicht. Auf siebzig bis achtzig Millionen Euro Kaufpreis soll Quadriga den Traditionskonzern taxiert haben. Mittlerweile sei man um mindestens dreißig Prozent runtergegangen, heißt es aus der Branche. Vielen war aber selbst diese Summe noch zu hoch. Abgesprungen sind vor allem österreichische Interessenten.

Der Sanierer und Zahlenprofi Georg Bräuer soll nun neuen Schwung in den Prozess bringen. Potenzielle Interessenten gibt es vor allem im Ausland, ist Römer nach wie vor überzeugt. Der Quadriga-Chef klingt optimistisch: „Der Jahresauftakt ist vielversprechend und brachte bisher in jedem Monat um zehn Prozent bessere Ergebnisse als im Vorjahr. Die neue Kollektion kommt gut an. Ein neuer Eigentümer übernimmt Palmers in eingeschwungenem Zustand, um danach seine eigenen strategischen und personellen Entscheidungen treffen zu können.“

– tom, jel

 
Oliver-Berg, 24. 05. '12 10:51
Sanierer, sehr lustig...
Georg Bräuer hat als Sanierer nur Erfahrungen im Raiffeisen nahen Umfeld gesammelt. Da lässt es sich leicht sanieren, wenn man quasi diktatorische Vollmachten erhält.

Umso spannender ist, dass Georg Bräuer 2007 selbst ein Sanierungsfall war, da ist nämlich er in Konkurs gegangen.

Ich wünsche den schlecht recherchierenden Entscheidungsträger bei den Eigentümern mit Ihrer Personalwahl einen vollen Erfolg. Wer bei der Antrittsrede des von sich zu sehr überzeugten Sanierers Bräuers gelauscht hat, Zitat: "Wenn Sie Fragen haben, können sie sich die ohnehin selber beantworten, sonst brauchen Sie keine Fragen zu stellen?" zeigt die nicht vorhandene soziale und emotionale Intelligenz des neuen Chefs.

Mir tun die langjährigen verdienten Mitarbeiter leid, die PE-Investoren aber nicht. Good luck.
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