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11.05.201207:41 Uhr

"Das lässt uns ziemlich dumm dastehen"

  • US-Großbank JPMorgan hat sich mit einer fehlgeschlagenen Handelsstrategie verzockt und zwei Milliarden Dollar in den Sand gesetzt.

Seit Ende März habe es "signifikante Buchverluste" im synthetischen Kreditportfolio in Bereich Chief Investments gegeben, erklärte das Institut in einer überraschenden Mitteilung an die Börsenaufsicht.

Bankenchef Jamie Dimon sah sich gezwungen, sich persönlich an Anleger und Analysten zu wenden. In einer eilends einberufenen Telefonkonferenz mit Aktienspezialisten erklärte Dimon, das Desaster sei selbstverschuldet.

Der Bankenchef sprach von "ungeheuerlichen Fehlern", die begangen worden seien. Die Prinzipien seines Hauses seien verletzt worden. Die Sparte Corporate und Private Equity werde im zweiten Quartal daher wohl einen Verlust von 800 Millionen Dollar ausweisen. Das Desaster werde aber auch noch in den folgenden Quartalen Spuren hinterlassen. Die gemachten Fehler seien umso peinlicher angesichts der Tatsache, dass sich das Management stets gegen eine strengere Regulierung der Banken im Rahmen der sogenannten "Volcker Rule" ausgesprochen habe, räumte Dimon ein. "Das lässt uns ziemlich dumm dastehen."

Nachbörslicher Aktien-Crash

Die JPMorgan-Aktie verlor nachbörslich fast sieben Prozent und zog auch andere Bankentitel mit in den Keller. Die Anteilsscheine von Citigroup tendierten im elektronischen Handel mehr als zwei Prozent schwächer, Bank of America gaben 1,7 Prozent nach. Die Nachricht dürfte damit auch den gesamten Markt belasten. Der S&P 500 Futures brach mehr als elf Prozent ein, der Nasdaq Futures rutschte sogar knapp 17 Prozent ins Minus. JPMorgan ist gemessen an den Vermögenswerten die größte US-Bank.

Der Bereich Chief Investment ist nach Angaben von JPMorgan der Arm der Bank, der genutzt wird, um Wetten einzugehen, die die Beteiligungen an individuellen Beständen absichern sollen, etwa Kredite an Firmen mit einer schlechten Bewertung bei einer Ratingagentur.

Reuters

 
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