News aus Wirtschaft und Finanzen

10.5.2012 07:31

Investoren flüchten in Schweizer Franken-Obligationen

  • Trotz mickrigem Zinssatz von 0,6 Prozent sind zehnjährige Frankenbonds gefragter denn je.

Die anhaltende Verunsicherung über die weitere Entwicklung der Euro-Schuldenkrise hat die Renditen an der Schweizer Obligationenbörse auf neue Tiefststände sinken lassen.

Die zehnjährige Benchmark-Anleihe rentierte erstmals weniger als 0,6 Prozent und der zehnjährige Franken-Swap wurde mit einem Mittelkurs von 0,96 Prozent gehandelt.

Das drohende politische Chaos in Griechenland, die immer lauter geführte Debatte über einen Austritt des hoch verschuldeten Landes aus der Eurozone und mögliche schärfere Kapitalvorschriften für spanische Banken trieben die Anleger in die als sicher geltenden Schweizer und Deutschen Bundesanleihen.

Dennoch nahm die Eidgenossenschaft bei ihrer Mai-Auktion mit 578 Millionen Franken im Vergleich zu den Vormonaten deutlich weniger Geld auf. "Das lag aber mehr daran, dass die Tresorerie weniger grosszügig zugeteilt hat als auch schon", sagte ein Händler. "Die Eidgenossenschaft war recht generös in den Vormonaten. Ihr Finanzbedarf dürfte allmählich gestillt sein." Gekauft wurden die Emissionen fast ausschliesslich von institutionellen Anlegern.

Die Tresorerie holte sich mit einer bis 11. Juni 2024 laufenden 1,25 Obligation 216 Millionen Franken. Der Bond rentiert 0,768 Prozent. Die am 30. April 2042 fällige 1,5 Prozent Anleihe wurde um 362 Millionen Franken aufgestockt und wirft 1,046 Prozent Rendite ab. Die Finanzverwaltung deckte bei der 2024er-Anleihe rund ein Drittel der Nachfrage ab und beim 2042er-Bond etwas mehr als die Hälfte.

Lugano-Anleihe ein Renner

Nicht über mangelndes Interesse beklagen konnte sich die Stadt Lugano. Lugano nahm mit einer zehnjährigen 1,125 Prozent Anleihe erstmals 100 Millionen Franken am Kapitalmarkt auf. Mit einer Rendite von 1,04 Prozent wirft das Papier etwas weniger ab als die 1,25 Prozent Obligation 2022 des Kantons Genf. Die Rendite des 2,0 Prozent Eidgenossen 2022 beträgt 0,59 Prozent - ein neuer Tiefstand.

In den kommenden Tagen erwarteten die Händler Emissionen der Stadt Lausanne und der Pfandbriefbank schweizerischer Hypothekarinstitute.

Der Juni-Conf stieg um 26 Basispunkte auf 148,97 Prozent. Es wurden 230 Kontrakte gehandelt.

Reuters/hahn

10.5.2012 07:31
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