Wirtschaft

30.04.201209:44 Uhr

Wie korrupt sind Sie? Ein Selbsttest.

  • 8 Fragen aus den aktuellen Compliance-Tests.

Acht konkrete Fragen aus den aktuellen Compliance-Tests von großen österreichischen Unternehmen.

1. Sie haben mit einem Lieferanten erfolgreich ein Projekt abgeschlossen. Nun organisiert der Lieferant einen Betriebsbesuch mit anschließendem Kurzurlaub für Sie und Ihre Partnerin. Was tun Sie?

a) Ich sage ab, hänge die Einladung aber auch nicht an die große Glocke, um den Lieferanten nicht in Verlegenheit zu bringen.

b) Der Betriebsbesuch fällt unter Fortbildung und Vertiefung der Zusammenarbeit, der Kurzurlaub ist branchenüblich. Ich sage zu.

c) Ich sage die Einladung höflich ab und informiere meinen Chef.

d) Ich sage zu, übernehme aber die Reise- und Übernachtungskosten selbst. Meine Partnerin darf sich einladen lassen.

2. Sie erhalten die Einladung zu einer Tagung, auf der die neuesten Trends Ihrer Branche referiert werden. Auch Networking mit Schlüsselpersonen ist Teil des Programms. Nehmen Sie an?

a) Ja, aber erst wenn ich das mit meinem Chef geklärt habe.

b) Ja, aber Reise- und Hotelkosten zahle ich selbst bzw. meine Firma.

c) Nein, weil die Einladung die Geringfügigkeitsgrenze übersteigt.

d) Ja, natürlich.

3. Ein Geschäftspartner übermittelt Ihnen per Post eine Füllfeder (Preis: 350 Euro). Der beiliegende Text ist handgeschrieben, Sie können weder die Handschrift einer bestimmten Person zuordnen, noch können Sie die Unterschrift entschlüsseln. Was machen Sie?

a) Ich behalte die Füllfeder im Büro auf, verwende sie und warte, bis sich jemand deklariert, um sie dann zurückzugeben.

b) Ich übergebe sie meinem Vorgesetzten.

c) Ich gebe das Schreibgerät der tüchtigen Sekretärin. Sie hat sich die Aufmerksamkeit verdient.

d) Ich trage die Füllfeder immer mit mir und versuche herauszufinden, wer der Schenkende war.

4. Ihr Unternehmen organisiert eine Expertenkonferenz in Wien. Die Teilnehmer hören von einem Ländermatch am Abend im Ernst-Happel-Stadion, dessen Besuch sie kurzerhand selbst organisieren. Sie bieten an, dafür Kosten plus Transport zu übernehmen. Ein anschließendes Dinner mit durchschnittlichen Kosten von 95 Euro pro Person übernehmen Sie ebenfalls. Als Abschiedsgeschenk nach der Konferenz gibt es eine Flasche hochwertigen Whiskey (55 Euro) sowie einen modernen USB-Stick (15 Euro) mit den Konferenzunterlagen. Wozu dürfen Sie einladen, wozu nicht?

a) Fußballspiel ja, Dinner ja, Whiskey nein, USB-Stick ja

b) Fußballspiel nein, Dinner nein, Whiskey ja, USB-Stick ja

c) Fußballspiel ja, Dinner nein, Whiskey nein, USB-Stick ja

d) Fußballspiel nein, Dinner ja, Whiskey nein, USB-Stick ja

5. Sie sind Projektleiter in einem Bauunternehmen. Eine Woche vor dem Abschluss eines größeren Geschäfts mit einer Baustofffirma kaufen Sie dort für Ihren privaten Bedarf ein, weil Sie selbst gerade Ihr Haus renovieren. Der Geschäftsführer sieht Sie und sagt dem Kassier, dass Sie als Freund des Hauses einen Rabatt von 20 Prozent bekämen. Nehmen Sie an?

a) Vorerst nicht. Ich sage dem Kassier, dass er die Waren weglegen soll, die ich dann in zwei Wochen mit dem rabattierten Preis abholen werde.

b) Ich nehme an. Warum nicht? Viele Mitarbeiter erhalten Rabattierungen in ähnlicher Höhe.

c) Ich nehme an, informiere aber meinen Arbeitgeber am nächsten Arbeitstag über diesen Vorfall.

d) Nein, ich nehme das Angebot nicht an.

6. Sie fahren zu einem Info-Wochenende auf Einladung einer Partnerfirma nach Velden. Unterkunft und Anreise werden von Ihrem Unternehmen bezahlt. Auf dem Bett Ihres Hotelzimmers finden Sie ein Sackerl mit kleinen Geschenken (Wert: 60 Euro) sowie Gutscheine für ein Greenfee am nahe gelegenen Golfplatz, eine Tennisstunde mit Trainer und einen Segelausflug (Wert: zwischen 80 und 250 Euro). Was tun?

a) Ich nehme das Sackerl, verstaue dort die Gutscheine und konsumiere Letztere zu anderen Terminen, da ich eh öfters in Velden bin.

b) Ich nehme die kleinen Geschenke an mich und gebe die Gutscheine zurück.

c) Ich nehme nur einen Gutschein und gebe alles andere zurück.

d) Ich gehe zur Rezeption und schenke es dem erstbesten Mitarbeiter im Hotel.

7. Sie sehen, dass Ihr Kollege eine Jahreskarte für ein großes Kino in Wien geschenkt bekommen hat - vom Betreiber des Kinos, der öfters mit Ihrer Firma zu tun hat. Was machen Sie?

a) Ich rufe dort an und frage, ob ich auch eine Jahreskarte bekomme.

b) Ich melde das oder fordere meinen Kollegen auf, die Karte zurückzuschicken.

c) Ich setze meinen Kollegen unter Druck und fordere ihn auf, die Karte mit mir zu teilen.

d) Ich überrede den Kollegen, die Karte für alle zur Verfügung zu stellen.

8. Welche der folgenden Handlungen sind für Sie korruptes Verhalten (Mehrfachantworten)?

a) Jemandem als Gegenleistung für einen Auftrag des Unternehmens, das er vertritt, ein Wochenende in einem Luxushotel anbieten.

b) Dem langjährigen, wichtigen Kunden, der kein Beamter ist, einen Vorzugsrabatt einräumen.

c) Einem Beamten, der Sie besucht, kostenlos Kaffee anbieten.

d) Einer politischen Partei einen erheblichen Geldbetrag spenden, um unsere laufenden Beziehungen zu einem Amtsträger zu stärken.


Richtige Antworten: 1c), 2a), 3b), 4d), 5d), 6b), 7b), 8a) und d)

8 richtige Antworten: Sie sind supersauber!
6-7 richtige Antworten: Sie erhalten das White-Economy-Gütesiegel.
5-6 richtige Antworten: Waren Sie in den letzten Jahren in Osteuropa tätig?
unter 5 richtige Antworten: Hatten Sie vor einiger Zeit Kontakt mit den Herren Hochegger und Grasser?

 
pixel