News aus Wirtschaft und Finanzen

25.04.201221:54 Uhr

US-Notenbank hält ihr Pulver trocken

  • Trotz der schwächelnden Wirtschaft verzichtet die US-Notenbank Fed vorerst auf neue Anschubhilfe für die Konjunktur.

Die Federal Reserve (Fed) teilte am Mittwoch nach der Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) in Washington mit, der Leitzins bleibe bei 0 bis 0,25 Prozent. Zugleich ließen sich die Notenbanker um Fed-Chef Ben Bernanke nicht in die Karten blicken, ob sie dieses Jahr ein neues Programm zur Stimulierung der Wirtschaft planen.

Auf Konjunktur und Arbeitsmarkt blicken die Geldpolitiker nun einen Tick optimistischer als noch im März. Allerdings signalisierten sie erneut, den Leitzins bis weit ins Jahr 2014 hinein äußerst niedrig halten zu wollen.

Der Beschluss fiel mit 9:1 Stimmen - der Notenbanker Jeffrey Lacker stimmte erneut dagegen. Die US-Aktienmärkte reagierten jedoch kaum auf die Mitteilung der Fed, die nach Einschätzung von Händlern kaum Neues enthielt.

Die Notenbank betonte nun, dass sie noch mehrere Quartale mit moderaten Wachstums erwarte, aber dann ein "schrittweises Anziehen" der Wirtschaftskraft. Die Arbeitslosenquote sei zwar in jüngster Zeit zurückgegangen, bleibe jedoch zu hoch. Die schwächelnde Wirtschaft schaffte im März mit 120.000 Jobs deutlich weniger neue Stellen als von Experten gehofft. Die Arbeitslosenquote sank nur leicht auf 8,2 Prozent.

Kommt QE3?

Ob die Fed letztlich doch die Geduld verliert und der Wirtschaft noch einmal unter die Arme greift, wird unter Experten kontrovers diskutiert. In der Krise hatte die Fed bereits mit zwei Runden von Staatsanleihen- und Wertpapierkäufen im großen Stil versucht, der Konjunktur wieder auf die Beine zu helfen. Von Reuters befragte Volkswirte rechnen aktuell nur noch zu 30 Prozent damit, dass die Fed ein neues Anleihe-Programm auflegt. Im März lag die Zahl noch bei 33 Prozent. Doch nicht alle Experten stimmen zu, dass die Wahrscheinlichkeit einer neuen Runde unkonventioneller Maßnahmen zur Lockerung der Geldpolitik gesunken ist.

Immerhin elf von 16 befragten Primärhändlern, die direkt mit der Fed-Geschäfte machen, halten eine neue Runde für möglich. Sie rechnen damit, dass es bereits im Juni soweit sein wird. Dann läuft regulär auch das Fed-Programm "Operation Twist" aus. Insgesamt will die Notenbank bis dahin für 400 Milliarden Dollar langlaufende Anleihen erworben haben. Parallel werden aus der Bilanz der Fed kurzlaufende Papiere mit Laufzeiten von unter drei Jahren im selben Umfang abgestoßen. Damit sollen die langfristigen Zinsen gedrückt werden und Kredite, etwa für den Hausbau, erschwinglicher werden.

Reuters

 
pixel