Kultur & Style

17.04.201218:23 Uhr

Der B-Movie Star: Filme von Suzuki Seijun

  • Erstmals in Österreich: Suzuki-Retrospektive im Österreichischen Filmmuseum

Suzukis Werk wurde in Österreich noch nie in dieser Fülle gezeigt, dennoch ist er hierzulande kein völlig Unbekannter.

Denn Suzuki Seijun, geb. 1923 in Tokyo, war der erste japanische Genrefilmemacher, mit dem sich die internationale Filmkritik ab den 1970er-Jahren intensiver auseinandersetzte. Wenn man von japanischen B-Movies spricht, sind meistens seine Filme gemeint. Knapp die Hälfte davon, 22, sind bis 10. Mai im Rahmen der Suzuki-Retrospektive im Filmmuseum zu sehen.

Pflicht: 'Tokyo Drifter' und 'Branded to Kill'

Gangster-Balladen wie 'Branded to Kill' (siehe Bild links), oder der in satte Signalfarben getauchte 'Tokyo Drifter' von 1966 wurden so etwas wie Referenz-Movies in Suzukis Schaffen: Hippe Gangster (Der Drifter: hellblauer Anzug, weißes Zuhälter-Schuhwerk, Titelsong: Das Lied vom Tokyo Drifter) schießen sich durch künstlich stilisierte Landschaften und flashige Dekors. Leichen pflastern seinen Weg, nur einer kann gewinnen.
Ein surreales japanisches Trash-James-Bond-Erlebnis. Not to be missed.




Der japanische B-Movie-Altmeister, der Willi Forsts Klassiker 'Burgtheater' (1936) als einen seiner liebsten Filme angibt, hat aber auch bemerkenswerte Yakuza- und Erotikfilme gedreht. 'Gate of Flesh', 'Story of a Prostitute' und 'Underworld Beauty' tragen ihre Titel völlig zu Recht – der Name ist Programm. Die empfehlenswerte, international beachtete Retrospektive wird dann als Folge von anderen großen europäischen Cinématèquen und Spielstätten übernommen.
Suzuki Seijun - eine große Entdeckung.

12. April bis 10. Mai., Österreichisches Filmmuseum, Augustinerstrasse 1, 1010 Wien.

Infos und Programm: www.filmmuseum.at

-Marko Locatin

 


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