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15.04.201215:17 Uhr

"Ich fürchte, das ist jetzt eine Ruhe vor dem Sturm"

  • Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny glaubt nicht, dass die Ratingagenturen an Einfluss verloren haben.

Was die Zukunft des Euro betrifft, ist er zuversichtlich. Die europäische Gemeinschaftswährung werde es sicher auch in fünf Jahren noch geben, und in einigen Staaten - er denke dabei an Polen, vielleicht auch Dänemark - werde es eine intensive Diskussion über den Beitritt zur Eurozone geben.

"Ich fürchte, das ist jetzt eine Ruhe vor dem Sturm", sagte Nowotny in einen Interview mit den "Vorarlberger Nachrichten". Moody's habe angekündigt, per Ende April 110 europäische Banken einem neuen Rating zu unterziehen, darunter auch alle großen österreichischen Banken. "Es ist nicht auszuschließen, dass das in Europa wieder zu einer gewissen Verunsicherung führen könnte", sagte Nowotny.

Die Staatsschuldenkrise ist nach Ansicht des Notenbankers noch nicht ausgestanden und das größte Risiko sei nach wie vor Griechenland, wo die Anfang Mai anstehenden Wahlen über eine Fortsetzung des eingeschlagenen wirtschaftlichen Programms entscheiden würden. In Portugal und Irland habe es bereits eine Verbesserung gegeben. Italien und Spanien hätten Reformen durchgeführt, ihnen müsse man jetzt Zeit geben, sagte Nowotny.

Eine Inflationsgefahr sieht das EZB-Ratsmitglied nicht. "Wir haben auch auf den Kapitalmärkten die Erwartung langfristig stabiler Preise, was sich ja in den niedrigen Zinsen ausdrückt." Größer sei die Gefahr, die von einem niedrigen Wachstum in Verbindung mit einer niedrigen oder gar keiner Inflation ausgehe.

APA

 
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