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29.03.201216:29 Uhr

Auszüge aus dem Einvernahmeprotokoll von Julius Meinl

  • Über die Geschäfte mit KHG und dessen Schwiegermutter
  • "Grasser hat mich des Öfteren bei wirtschaftlichen Themen um Rat gefragt"

Meinl über sein erstes Treffen mit Grasser

„Grasser kenne ich seit seiner Zeit als Minister. Ich schätze, so seit 2002. Ich lernte ihn im Zuge eines Abendessens des Zweiten Nationalratspräsidenten Thomas Prinzhorn kennen. Seit dieser Zeit haben wir uns gelegentlich privat getroffen, und er hat mich auch des Öfteren bei allgemeinen wirtschaftlichen Themen um meinen Rat gefragt. Es gab hin und wieder Einladungen meinerseits in meinem Anwesen in der Steiermark. Unseren ersten beruflichen Kontakt hatten wir, als wir uns um ein Beratermandat bei der ÖIAG vor der Post-Privatisierung beworben haben. Damals habe ich ihn davon unterrichtet. Wir erhielten dieses Mandat aber nicht.“

Meinl über Grassers Einstieg bei Meinl International Power

„Nach seinem Ausscheiden als Minister im Jänner 2007, schätzungsweise im Mai oder Juni, kam Michael Treichl telefonisch auf mich zu und fragte mich nach meinen Kontakten zu Grasser. Treichl ist ein langjähriger Freund von mir und besitzt in London eine Fondsgesellschaft. Es war seine Idee, den ehemaligen Finanzminister von Österreich bei Geschäften mit an Bord zu haben. Als quasi Door-Opener. Ich stellte den Kontakt her und war beim ersten Gespräch, welches in London stattfand, auch dabei. Vereinbart wurde, dass Grasser und die Meinl Bank die MPM gründen und Treichl im Board des Fonds tätig ist. Dies ist meine einzige geschäftliche Beziehung zu Grasser.“

Meinl über die skandalumwitterte Briefkastenfirma Ferint AG

„Ich habe damals sicher nicht gewusst, dass ‚nur‘ 500.000 Euro veranlagt werden sollten, weil ich ja von einer viel höheren Investitionssumme ausgegangen bin. Ich glaube, dass mir Grasser am Telefon mitgeteilt hat, dass er einen kleineren Geldbetrag bringen möchte, wie viel genau, hat er nicht gesagt. Ob es einen Vermögensverwaltungsvertrag zwischen Ferint und Meinl Bank gibt? Ich weiß es nicht, aber ich glaube nicht, dass ein solcher besteht. Ich habe nichts davon mitbekommen, dass Grasser bzw. Ferint in einen Hypo-Genussschein investiert hat. (…) Die Sache war auch für die Bank immer eine ‚kleine Sache‘ und in keinster Weise das, was es jetzt ist.“

Julius Meinl erzählt über die Familie Swarovski

„Irgendwann kam Finanzminister Grasser auf mich zu und erzählte mir, dass die Familie Swarovski-Giori Geld in Österreich veranlagen möchte, dies aber nicht direkt, sondern indirekt. Meiner Erinnerung nach war dies Mitte 2005. Auf Befragung gebe ich an, dass über Höhe und Art der Veranlagung nicht gesprochen wurde. Ich stellte mir vor, eine größere Investition in mehrstelliger Millionenhöhe. Ich dachte an 20 bis 30 Millionen Euro. (…) 500.000 Euro sind in der Meinl Bank die Mindesteinlage für verwaltete Vermögen.“

Meinl über Grasser-Berater Heinrich Schwägler

„Ich vermittelte einen Kontakt zwischen Grasser und Schwägler, weil es ja nicht Angelegenheit der Bank war, eine Struktur aufzubauen. (…) Schwägler hat irgendwann Herrn W. angerufen und diesem mitgeteilt, dass sie etwas mit KHG ausgemacht hätten und dass die Ferint AG die Plattform dafür sein sollte. Was genau besprochen wurde, weiß ich nicht. Auf Befragung gebe ich an, dass ich mit Schwägler über die Geschäftsbeziehung Ferint mit KHG das letzte Mal zur Zeit der Errichtung/Entstehung gesprochen habe.“

 
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