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23.03.201214:48 Uhr

Finanzamt prüft Swarovski-Connection

  • Zusammenbruch des Schwiegermutter-Gschichterls

Was die Großbetriebsprüfer von Marina Giori-Lhota und ihrem Steuerberater Eduard Lechner wissen wollten.

50 Minuten dauerte das Verhör von Universitätsprofessor Eduard Lechner. Der Finanzrechtsexperte wurde zu Karl-Heinz Grasser befragt, weil er der Steuerberater von KHG-Schwiegermutter Marina Giori-Lhota ist. Lechners Antworten nähren den Verdacht, dass Grassers Story über famose Bargeldtransporte von einer halben Million Euro für Giori-Lhota erfunden sind.

Denn laut Lechner-Verhörprotokoll, das im Buwog-Strafakt abgelegt ist und dem Korruptions-U-Ausschuss des Parlaments vorliegt, widerspricht Giori-Lhota den Aussagen ihres Schwiegersohnes diametral. Er habe zwar einmal über Schenkungsmeldungen mit KHG geredet, jedoch: "Die Schenkung war aber sicher nicht die, die jetzt im Zusammenhang mit dem Bargeldtransport über die Grenze in den Medien war. Das muss vorher gewesen sein.“ Wann? Vermutlich vor dem Jahr 2007. Denn: "KHG war noch Finanzminister.“

In einem Brief der Großbetriebsprüfung Innsbruck wird Giori-Lhota vorgehalten, dass Grasser sie gegenüber der Justiz als wirtschaftlich Berechtigte der Briefkastenfirma Ferint AG genannt hat, die Teil der Hypo-Investorengruppe von Tilo Berlin war. Einschlägige Treuhandverträge würden das belegen, so KHG.

"Laut der Vorhaltsbeantwortung von Frau Giori-Lhota ist sie nicht die wirtschaftlich Berechtigte der Ferint AG“, stellt Giori-Steuerberater Lechner fest. Grassers Behauptung vor dem Staatsanwalt, dass er die halbe Mille treuhändig für Giori-Lhota in Hypo-Alpe-Adria-Genussscheine von Tilo Berlin investiert habe, weist Lechner laut Protokoll zurück: "Laut Vorhaltsbeantwortung hat Frau Giori-Lhota an der Errichtung dieses Treuhandvertrages nicht mitgewirkt.“ Die 69-jährige Giori schreibt dem Finanzamt, dass sie Ferint-Fragen nicht beantworten könne, weil "dieser Treuhandvertrag ohne mein Zutun und ohne mein Wissen abgeschlossen wurde“. Damit bricht KHGs Schwiegermutter-Gschichterl in sich zusammen.

Auch zu zwei anderen Briefkastenfirmen, die im Buwog-Strafverfahren immer wieder vorkommen, stellt Lechner klar: "Üblicherweise sind mir Firmen, an denen Klienten beteiligt sind oder von denen sie Begünstigte sind, in der Regel bekannt. Bei einem Klienten, der in Österreich nur beschränkt steuerpflichtig ist, sehe ich aber nur den österreichischen Teil. Frau Giori-Lhota macht von der 70-Tage-Regel Gebrauch und ist in Österreich nur beschränkt steuerpflichtig.“ Von der Ferint landete das Hypo-Geld letztlich bei den Briefkastenfirmen Mandarin Group und Catherina Participations. Lechner kennt sie nicht: "Ich weiß auch nicht, wer dort wirtschaftlich Berechtigter ist.“

 
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