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21.03.201217:00 Uhr

NEWS-Interview mit Mensdorff-Pouilly: "Habe ja nichts zu verschenken"

  • Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly im NEWS-Interview: Über Jagdeinladungen, Millionen und Blaulichtfunk.

Herr Mensdorff, Manager, Beamte und Politiker waren Ihre Jagdgäste im Burgenland und in Schottland. Diese Personen haben jetzt Erklärungsbedarf. Ist Ihnen das peinlich?

Alfons Mensdorf-Pouilly: Eine interessante Fragestellung, die einen Vorwurf impliziert. Es ist bekannt, dass ich Jagdunternehmer bin. Ich veranstalte Gesellschaftsjagden. Die können Sie bei mir buchen, wenn Sie Jäger sind. Es gibt keinen weiteren Erklärungsbedarf.

Im parlamentarischen Korruptions-Untersuchungsausschuss sieht man das offensichtlich völlig anders. Dort meint man, die Jagdeinladungen bei Ihnen seien der Rahmen für Absprachen und Korruption gewesen.

Man muss den Korruptionsausschuss als das sehen, was er ist. Nämlich nicht nur ein Ort der Aufklärung und Wahrheitssuche. Das mag er auch sein, und es gibt sicher einige Leute dort, die dieses Ziel redlich verfolgen. Aber diese öffentlichen Befragungen sind auch eine Bühne für Politiker, die sich selbst inszenieren, indem sie alle möglichen Vorwürfe in den Raum stellen. Das ist erlaubt. Ob solche Vorverurteilungen fair sind, ist eine andere Sache.

Ist das nicht ein wenig wehleidig?

Das ist eine nüchterne Analyse. Manchen ist es wichtiger, öffentlich Fragen zu stellen, als die Antwort zu hören.

Sie gelten als eine der Schlüsselpersonen.

Ich habe nie Wert darauf gelegt, everybody’s darling zu sein. Dass meine Ehefrau ÖVP-Ministerin war, spielt eine große Rolle. Mich zum Bösen zu stempeln gehört zur politischen Inszenierung.

Haben Sie sich auf die Befragung im Ausschuss vorbereitet?

So gut es in der einen Woche seit der Ladung neben der Arbeit gegangen ist. Ich nehme den Korruptionsausschuss ernst. So ich Antworten geben kann, will ich jenen helfen, die nach der Wahrheit suchen. Wer sein Urteil schon gefällt hat, der wartet nicht auf meine Aussage.

Sprechen Sie von Peter Pilz?

Das haben Sie gesagt. Jeder kann sich selbst ein Bild machen. Die Befragungen sind ja öffentlich.

Kommen wir zurück zur Jagd. Wie wird man von Ihnen zur Jagd eingeladen?

Ich lade nicht ein. Wie sagt es Niki Lauda: Ich habe ja nichts zu verschenken. Das Ganze ist ein Geschäftsmodell.

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