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15.03.201211:44 Uhr
Aktie im Fokus: Die Immofinanz schafft das "Golden Cross"

Aktie im Fokus: Die Immofinanz schafft das "Golden Cross"

  • Am 19. März winken zwei Indexaufnahmen. Auch charttechnisch ist die Aktie in blendender Verfassung.

Das Motto Grundbuch statt Sparbuch hat sich für mutige Aktionäre schnell bezahlt gemacht. Wer die Immofinanz-Aktie nach dem Crash im Herbst um rund zwei Euro ergattert hat, kann sich mittlerweile über einen Kursgewinn von über 30 Prozent freuen.

Damit dürfte die Rally aber noch nicht zu Ende sein. Ab 19.März ersetzt nämlich die Immofinanz die Telekom Austria im „ATX five“ und kann sich somit zu den größten fünf börsennotierten Konzernen in Österreich zählen. Entscheidende Kriterien für die Index-Zugehörigkeit sind Marktkapitalisierung, Handelsumsatz und Streubesitzfaktor. Neben dem Immo-Konzern notieren noch Erste Group, OMV, voestalpine und Andritz im „ATX five“.

Nicht nur Prestige

Die Mitgliedschaft im Eliteindex hat für die Immofinanz nicht nur Prestigecharakter, sondern dürfte positive Kursauswirkungen nach sich ziehen. Schließlich schenken viele Fondsmanager der Indexzusammensetzung hohe Aufmerksamkeit und folgen mehr oder weniger der Indexkomposition. Das gilt insbesondere für internationale Investoren. Denn die Wiener Börse gilt als volatiler Randmarkt, und an solchen ist neben der Bewertung sehr oft die Liquidität ein entscheidendes Kaufargument.

Abseits der Aufnahme in den „ATX five“ kommt die Immofinanz noch zu anderen Indexehren. Ab 19. März darf sich die Aktie zum Osteuropa-Immo-Index „EPRA/NAREIT Emerging Europe“ zählen. Allerdings dürfte diese Mitgliedschaft keine Auswirkungen auf den Kursverlauf entfalten. Das Problem: Entscheidend wäre eine Aufnahme in den Hauptindex der größten 70 Immo-Konzerne Europas, den EPRA-Index. Dafür müsste die osteuropalastige Immofinanz laut Reglement aber 75 Prozent ihres operativen Ergebnisses in Westeuropa erzielen.

Es gibt aber noch andere Argumente, die für die Immofinanz sprechen: zum Beispiel die Unterbewertung im Vergleich zu anderen wichtigen europäischen Branchenvertretern („Peer Group“). So notiert die Aktie mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2011/12 von 6,4. Zum Vergleich: Der Median einer europäischen Peer Group liegt bei einem Wert von über 16. Damit nicht genug, spiegelt der Kurs der Immofinanz lediglich den halben Buchwert wider, während die Peer Group genau zum Buchwert notiert. Das zeigt sich auch am Net Asset Value (NAV), also dem inneren Wert aller Immobilien, bezogen auf eine Aktie. Aktuell weist die Immofinanz einen NAV von 5,47 Euro aus, während der Börsenkurs gerade einmal 2,70 Euro erreicht.

Die Dividenden sprechen ebenso für die Immofinanz. Unternehmenschef Eduard Zehetner plant für heuer und 2013 eine Ausschüttung von 15 beziehungsweise 20 Cent je Aktie. Die Dividendenrendite steigt damit von 5,6 auf 7,4 Prozent. Außerdem dürften die Ausschüttungen, wie schon im Herbst 2011, steuerfrei durchgehen, da sie als „Einlagenrückzahlung“ gelten und somit kein KESt-Abzug stattfindet.

Bleibt noch ein Blick auf die Charttechnik

Die Aktie konnte Ende Jänner die wichtige 200-Tage-Durchschnittslinie nachhaltig überspringen und generierte kürzlich ein eindeutiges technisches Kaufsignal: Wenn nämlich die gleitende 50-Tage-Linie die 200-Tage-Linie von unten nach oben schneidet, spricht man von einem „Golden Cross“ (siehe Grafik). Derartige Ereignisse gelten als trendbestätigend und signalisieren weiter steigende Kurse.

Jochen Hahn

 
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