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27.02.201216:10 Uhr
Österreichs Banker blicken pessimistisch in die Zukunft

Österreichs Banker blicken pessimistisch in die Zukunft

  • Studie: 26 Prozent schätzen Entwicklung des operativen Geschäfts als "sehr schlecht" ein.

Die andauernde Euro-Schuldenkrise scheint sich auf das Gemüt der heimischen Banker zu schlagen. Viele Entwicklungen beurteilen sie weit pessimistischer als ihre europäischen Kollegen. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten "Bankenbarometer" der Wirtschaftsberatung Ernst & Young hervor.

In Österreich rechnen 26 Prozent der Banker mit einer Verschlechterung des operativen Geschäfts in den nächsten sechs Monaten. Der europäische Durchschnitt liegt hier gerade einmal bei zehn Prozent. Am optimistischsten sind die Polen. 98 Prozent der Banker rechnen dort mit einer "sehr guten" oder "eher guten" Entwicklung des operativen Geschäfts.

44 Prozent der heimischen Banker sagen, die Lage auf den Finanzmärkten werde sich im nächsten Halbjahr verschlechtern. Dagegen sind 30 Prozent der Ansicht, die Lage werde sich verbessern. Außer in Österreich und Polen überwiegen in allen Ländern jene, die an eine Verbesserung glauben. In Frankreich etwa glauben 54 Prozent an eine Verbesserung und nur 22 Prozent an eine Verschlechterung.

Bezüglich der möglichen Folgen eines Staatsbankrotts zeigen sich Österreichs Banker besonders alarmiert. Fast zwei Drittel erwarten im Falle eines Ausfalls eines staatlichen Schuldners "negative Auswirkungen in erheblichem Umfang". Dieser Wert ist europäische Spitze. In Frankreich sind es nur 28 Prozent.

Konsolidierung im Bankensektor

Immerhin 86 Prozent der Banker in Österreich erwarten über kurz oder lang eine "deutliche Konsolidierung im Bankensektor". In keinem anderen Land zeigen sich die Banker in Summe so besorgt. In Großbritannien sagen gar 48 Prozent, es werde zu keiner Konsolidierung kommen. In Polen sind es 57 Prozent. In Deutschland erwartet "kurzfristig" (innerhalb des nächsten Jahres) niemand eine Konsolidierung. In Österreich tun das dagegen 14 Prozent.

Möglicherweise spiele in diesem Zusammenhang auch die Mentalität der verschiedenen Länder eine Rolle, sagte Dirk Müller-Tronnier von Ernst & Young im Handelsblatt. Österreicher würden wie Deutsche die Dinge tendenziell "schwärzer" sehen. Die Frage sei allerdings schon, ob in manchen Ländern die Situation realistisch eingeschätzt wird, räumte Müller-Tronnier in einer dpa-Meldung ein.

Für die Studie befragte Ernst & Young 500 Bankmanager in Europa. Jeweils 50 in Österreich, Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Polen, Spanien und in der Region Skandinavien.

APA

 
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