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- Investmentbranche könnte vom Variantenreichtum der Spitzenklubs lernen
I m modernen Fußball verschwimmen die Grenzen zwischen offensiven und defensiven Spielern immer mehr. Verteidiger müssen in der Lage sein, blitzschnell nach vorne zu stürmen. Und auch ein Torjäger darf sich nicht zu schade sein, hinten auszuputzen. Die Investmentbranche kann viel von dem Variantenreichtum der Spitzenklubs lernen. Noch immer sind die meisten Fonds nämlich entweder starr auf Aktien oder auf Anleihen fokussiert. Die Kunden müssten also ständig die Positionen wechseln, um sich der aktuellen Börsenstimmung anzupassen. In der Praxis verursacht das nicht nur hohe Spesen, sondern überfordert auch die meisten Investoren. Die Folge: Immer mehr Anleger sind von der Börse enttäuscht und ziehen sich zurück.
Doch dem Börsenspielfeld einfach den Rücken zuzukehren ist angesichts mikroskopischer Sparbuchzinsen auch keine Lösung. Erfolgversprechender
ist es, innovative Mischfonds einzusetzen, die den Aktien- und Anleihenanteil je nach Marktlage flexibel hoch- und runterfahren. In der FORMAT-Börsengeschichte finden Sie auf Seite 70 eine Auswahl von elf guten Allwetter-Fonds. Einige davon sind eher defensiv eingestellt wie der Ethna-Aktiv (ISIN LU0136412771), der derzeit nur vier Prozent Aktien hält. Beim Carmignac Patrimoine (FR0010135103) sind immerhin 37 Prozent und beim Pioneer Global Balanced (LU0372176460) sogar 71 Prozent Aktien im Spiel.
Der Blick auf die Fondsperformance der vergangenen fünf Jahre zeigt, dass kein Produkt immer in Höchstform war. Das ist kein Wunder: Die elf Fondsmanager verfolgen höchst unterschiedliche Ansätze und stellen sich auch einmal kräftig gegen den allgemeinen Börsenstrom. Das kann naturgemäß nicht immer zu Spitzenleistungen, sondern auch zu temporären Niederlagen führen.
Umso überraschender ist die ausgeglichene Mannschaftsleistung. Anleger, die ihr Kapital gleichmäßig auf die elf Mischfonds aufgeteilt hätten, hätten im Jahr 2009 Gewinne von 17,1 Prozent eingefahren, auch 2010 konnte sich mit zehn Prozent sehen lassen. Im Krisenjahr 2011 hielt sich das durchschnittliche Minus mit 0,6 Prozent im verschmerzbaren Rahmen und im Jänner 2012 wurde schon wieder mit 2,7 Prozent kräftig nach vorne gestürmt.
- Martin Kwauka
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