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24.1.2012 19:17

Grasser-Akte: Umstrittene Transaktion mit 500.000 Euro der Schwiegermutter

  • Grasser:'Ich war ja nicht dabei'
  • Treuhänder in Aktendiebstahl-Affäre verwickelt

Neue Details zu mehreren Korruptionsverdachtsfällen rund um Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V) zitiert das Magazin "Falter" in seiner neuen Ausgabe, diesmal unter Berufung auf rund um den parlamentarischen Korruptions-Untersuchungsausschuss zugespielte Grasser-Akten.

Demnach bestehen zwischen dem Schwiegermutter-Investment des Ex-Ministers und der jüngsten Aktendiebstahlsaffäre in Liechtenstein direkte Zusammenhänge: Derjenige Schweizer Treuhänder, dessen von der Justiz beschlagnahmte Akten sein Anwalt bei der Akteneinsicht entwendete, soll nämlich das angeblich von Grassers Schwiegermutter stammende Geld bei der Meinl Bank eingezahlt haben - und nicht Grasser selber.

Schweizer Treuhänder zahlt 500.000 Euro bei Meinl Bank ein

Laut einem Einzahlungsbeleg habe nämlich der Schweizer Treuhänder einen Großteil der 500.000 Euro bei der Meinl Bank eingezahlt, und nicht Grasser, wie dieser zu Protokoll gegeben habe. Gegenüber der Staatsanwaltschaft soll Grasser laut "Falter" dazu gemeint haben, er bleibe bei seiner Aussage. Ursprünglich hat Grasser angegeben, er habe das Geld in der Meinl Bank in Wien einem Mitarbeiter nach Kassaschluss in bar übergeben. Vielleicht habe sich der Treuhänder das Geld geholt und bei der Kassa eingezahlt - "Ich war ja nicht dabei", meinte Grasser, konfrontiert mit dem Einzahlungsbeleg. Der Treuhänder - auch bei Meinl European Land tätig gewesen - vermittelte Grasser die Schweizer Ferint AG, über die das verdeckte Genussscheininvestment floss.

Grasser: 'Habe das Geld bar übernommen und bar eingezahlt'

Es geht um das 500.000 Euro-Investment in einen Genussschein der Kärntner Hypo Alpe Adria Bank, ein von Tilo Berlin eingefädeltes lukratives Investment verschiedener ausgewählter Investoren. Grasser selber, damals noch aktiver Finanzminister, betont immer wieder, dass nicht sein eigenes Geld, sondern das Geld seiner Schwiegermutter in die Bank floss. Er habe das Geld in bar von seiner Schwiegermutter in der Schweiz übernommen, über die Grenze nach Österreich geschafft und in bar bei der Meinl Bank in Wien eingezahlt. Dass laut Beleg aber der Treuhänder die Einzahlung tätigte, könnte laut "Falter" nun "das letzte Puzzlestückchen" in einem "gigantischen Indizienpuzzle" der Justiz gegen Grasser sein.

Millionenvermögen in Liechtenstein wird durchleuchtet

Im Zuge der Ermittlungen wird das in Liechtenstein geparkte Millionenvermögen des Ex-Ministers durchleuchtet. KHG sei "Alleinbegünstigter zweier Stiftungen in Liechtenstein (Waterland und Silverland), die miteinander direkt und über durchwegs ebenfalls in Steueroasen angesiedelte juristische Personen in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Die beiden Stiftungen beinhalten ein Vermögen von mindestens 9,28 Millionen Euro", zitiert der "Falter" aus einem Zwischenbericht des Finanzamts an die Staatsanwaltschaft Wien. Von diesem Betrag seien nur "maximal 4,38 Millionen Euro in Österreich versteuert worden" - was von Grasser dementiert wird: Er habe alles offengelegt, das Geld habe er bei Meinl verdient. Die Kriminalpolizei ermittelt hingegen zum Verdacht, dass Grasser an verbotenen Privatisierungsprovisionen mitgeschnitten habe. Laut "Falter" wurden mehr als 13 Mio. Euro rund um Privatisierungen in Steueroasen geschickt und an Grassers engste Freunde und Geschäftspartner überwiesen. Für Grasser gilt die Unschuldsvermutung.

-Apa, Red

24.1.2012 19:17
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