Meinung

24.01.201211:13 Uhr

Kwaukas Geldtipp der Woche: Investieren unter dem Zeichen des Drachen

Ein Jahr des Drachen, das heuer am 23. Jänner beginnt, gilt in China traditionell als besonders günstig. Doch auch für nüchterne Investoren ist das Reich der Mitte derzeit ein besonders vielversprechender Markt.

Nach einer längeren Phase abbröckelnder Kurse sind nämlich die Aktien so günstig wie lange nicht, das Kurs-Gewinn-Verhältnis bewegt sich im Schnitt um einen Wert von 10. Hauptursache des schwachen Börsenjahres 2011 war, dass die Regierung in Peking kräftig auf die Bremse trat, um die ausufernde Inflation in den Griff zu bekommen. Angesichts der rückläufigen Teuerungsraten und des abgeschwächten Wirtschaftswachstums (welches heuer aber immer noch bei 8,5 Prozent liegen dürfte) ist aber eine Trendwende in Sicht.

Sobald sich China entschließt, die Rahmenbedingungen wieder zu lockern, ist ein neuerlicher Börsenaufschwung zu erwarten. Die größte Gefahr, dass diese optimistische Prognose nicht eintrifft, geht übrigens nicht von China selbst aus, sondern von der Eurozone. Wenn die europäische Staatsschuldenkrise eskaliert, wird das auch die asiatischen Börsen massiv belasten.

Der Aktienfonds First State Greater China Growth (ISIN GB0033874107) ist ein ausgesprochen guter Fonds, um in dieser nicht völlig wolkenfreien Situation in China zu investieren. So hat er die vergangenen drei Jahre mit ausgeprägten Auf- und Ab-Phasen ausgezeichnet gemeistert. Wer im Jänner 2009 den Betrag von 10.000 Euro investierte, hat inzwischen 19.200 Euro am Depot. Vergleichbare Fonds blieben mit durchschnittlich 16.660 Euro deutlich zurück.

Vergleichbar heißt in diesem Fall die Fondskategorie Greater China. Darunter fallen Produkte, die sich nicht ausschließlich auf Unternehmen aus der Volksrepublik beschränken, sondern auch Aktien aus Hongkong oder Taiwan beimischen. Solche Fonds entwickeln sich im Vergleich zu reinen China-Fonds etwas stabiler, auch wenn sie in ausgesprochenen Boomjahren gewöhnlich hinter den puren Varianten zurückbleiben.

Der First-State-Fonds hat jedenfalls im schwierigen Jahr 2011 mit einem Verlust von zehn Prozent nur halb so viel verloren wie die Mitbewerber. Aktuell investieren die drei Fondsmanager Martin Lau, Seck Yee Hou und Xian Qanqiang das Fondsvermögen zu 42 Prozent in der Volksrepublik und zu 29 Prozent in Taiwan, den Rest in Hongkong.

Ob sich die positiven Vorzeichen für das Jahr 2012 wirklich durchsetzen, wird sich zeigen. Tatsache ist jedenfalls, dass chinesische Aktien billig sind und die Volksrepublik auch heuer die programmierte Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft ist. Das liegt nicht zuletzt an der stark wachsenden Stadtbevölkerung. Laut jüngsten Meldungen ist in China gerade der Punkt erreicht, an dem genau 50 Prozent der Menschen in urbanen Gebieten leben. Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil der Stadtbevölkerung auf 70 Prozent steigen. Weil jeder neue Stadtbewohner wesentlich mehr Güter kauft als früher am Land, steht das dynamische Wachstum in China auf einer soliden Basis.

- Martin Kwauka

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