Meinung

02.08.201110:18 Uhr

Geldtipp der Woche: Ständig dort dabei sein, wo die Musik spielt

Der Mischfonds Walser Portfolio German Select generierte mit deutschen Aktien und Anleihen auf Jahressicht acht Prozent.

Angesichts des Dilemmas um Staatsschulden und nervöse Börsen ist es jetzt nicht weiter verwunderlich, dass Anleger die Hosen voll haben und mit neuen Investments zuwarten. Sollten sich die Nebel aber wieder lichten, lohnt sich besonders ein Blick auf den großen Bruder Deutschland. So weisen die Prognosen der Gewinnentwicklungen bei vielen Konzernen der Frankfurter Börse für das Gesamtjahr 2011 auf neue Rekordwerte hin. Dem hinkt der Leitindex DAX noch deutlich hinterher, gegenüber seinem Hoch von Anfang 2008 klafft noch eine Lücke von aktuell rund zehn Prozent.

Anleger, die beim nächsten Aufschwung dennoch mit Sicherheitsnetz dabei sein wollen, sollten den Mischfonds Walser Portfolio German Select (LU0181454132) auf ihre Watchlist setzen. Der Vorteil des mittels Computermodells gesteuerten Depots: Um Gewinne mitzunehmen, wird der Fonds jeweils zu Beginn eines Kalenderjahres auf seine ursprüngliche Zusammensetzung von 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Staatsanleihen zurückgesetzt. Für die Investments selbst kommen nur Aktien des Leitindex DAX und des deutschen Staatsanleihenindex REXP infrage. Unter dem Jahr wird die Allokation im Monatstakt angepasst, wobei die jeweils besser laufende Anlageklasse zu Lasten der schwächeren mehr Gewicht erhält.

Frei von Emotionen

Das Konzept, das gänzlich ohne Prognosen für die weitere Entwicklung bei deutschen Aktien oder Anleihen auskommt, hat seit dem Start nahezu reibungslos funktioniert. Während der Mischfonds im ersten Jahr seines Bestehens mit einem Gesamtertrag von drei Prozent noch der Rendite von deutschen Aktien und Anleihen hinterherhinkte, hat sich der Mix seither durchgängig bewährt.

Speziell im Krisenjahr 2008 kam das Walser Portfolio German Select mit einem moderaten Verlust von 1,8 Prozent mit einem blauen Auge davon, weil der Aktienanteil im Jahresverlauf auf null gefahren wurde und das ganze Geld in Staatsanleihen gelangte. Zum Vergleich: Anleger, die im Kalenderjahr 2008 auf einen statischen 50:50-Mix deutscher Aktien und Staatsanleihen vertraut hatten, verloren 15 Prozent ihres Geldes.

Wer trotz Börsencrashs einzig und allein deutschen Aktien die Stange hielt, musste gar 40 Prozent seines Einsatzes in den Wind schreiben. In den Jahren 2005 sowie 2006 war die Entwicklung spiegelbildlich. Angesichts der günstigen Entwicklung der Börsenkurse wurde der Aktienanteil in beiden Jahren immer weiter erhöht, was den Erträgen des Mischfonds auf die Sprünge half.

Auch bei der durchschnittlichen Wertentwicklung erwies sich der Fonds, der im Moment ein Volumen von knapp 209 Millionen Euro aufweist, seit 2004 als stabiler Begleiter. Seit damals liegt die jährliche Rendite bei 7,8 Prozent. Übrigens: Auf Jahressicht erreichte der Ertrag mit 8,1 Prozent ein ähnliches Niveau. Bislang hat sich ein Einstieg bei Kaufspesen von fünf Prozent und einer jährlichen Verwaltungsgebühr von 1,5 Prozent gelohnt.

- Robert Winter

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