Nach der AUA sollte der Flughafen komplett privatisiert werden!
- Politik ist immer ein schlechter Eigentümer
- Standortdebakel in Schwechat abwehren

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Nicht jeder Bilanzfehler
gehört vor Gericht
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Pröll hat keine Anhänger mehr? Das ist Lächerlich!
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Rainer Brüderle über sinnvolle Notfallhilfe
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Warum junge Wähler den Grünen davonlaufen
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Vancouver mon amour
Hans Magenschab über
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Helmut Kohl revisited
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Schulden & Wachstum
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Direkte Demokratie
Herwig Hösele über
Volksabstimmungen
Vor einem Jahr schien das Schicksal der seinerzeit noch staatlichen österreichischen Fluglinie Austrian Airlines fast besiegelt. Mit einer Privatisierung 5 vor 12 konnte der wirtschaftliche Sinkflug gerade noch rechtzeitig gestoppt werden.
Damals gab es viel öffentliche Kritik an den 500 Millionen Euro Steuergeld, die der AUA auf ihren Weg in den Lufthansa-Verbund mitgegeben werden mussten.
Heute zeigt sich, dass dieser Zuschuss Sinn macht. Durch die Eingliederung in das größte und erfolgreichste Luftfahrtunternehmen Europas war es der AUA binnen Jahresfrist offenbar möglich, wieder auf Wachstumskurs zu kommen. Sie macht noch keinen Gewinn, aber deutliche Fortschritte. Das Management der AUA hat durch einen ökonomisch vernünftigen und sachverständigen Eigentümer den Rücken gestärkt bekommen, um die Sanierung des Unternehmens mit Nachdruck in Gang zu setzen. Von den Einflüssen der Parteipolitik befreit, darf das Management nun das Unternehmen betriebswirtschaftlich ohne Rücksicht auf Klientelinteressen so ausrichten, dass es überleben und letztlich auch wieder Gewinne schreiben kann.
Die Airlinebranche wird seit Jahren durch einen brutalen Wettbewerb arg gebeutelt
Kleine Fluglinien sind besonders betroffen. Wer auch noch mit dem Virus eines Politeigentümers infiziert war, erkrankte besonders schlimm. Nahezu alle kleinen, nationalen Fluglinien in Europa, bei denen die Politik mit an Bord war, sind pleitegegangen oder müssen nun von einem der drei Branchenführer Lufthansa, British Airways oder Air France/KLM aufgefangen werden. Was der AUA durch die Last-Minute-Privatisierung erspart geblieben ist, zeigt auch ein Blick ins Nachbarland Schweiz. Die Swiss Air, einst nationaler Stolz aller Eidgenossen, ist unter politisch beeinflusster Eigentümerschaft von der Landkarte verschwunden. Erst das Nachfolgeunternehmen Swiss konnte mithilfe des Lufthansa-Verbunds wieder flottgemacht werden. Die Airline hat heuer im ersten Halbjahr sogar einen beträchtlichen Gewinn abgeliefert. Trotz Wirtschaftskrise und Aschewolke!
Auch wenn einige Privatisierungen in Österreich nun ins Gerede gekommen sind und ihren ideologischen Gegnern Auftrieb geben: Zahlreiche erfolgreich privatisierte Flaggschiffe der ehemaligen österreichischen Staatsindustrie wie Voest, Böhler-Uddeholm oder Berndorf beweisen das Gegenteil. Die AUA wird weiterhin als heimische Fluglinie wahrgenommen und kann ihre Funktion als nationaler Leitbetrieb mit besonderer Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Österreich bewahren. Die rot-weiß-rote Heckflosse auf Flugzeugen der AUA-Flotte ist auch nicht verschwunden. Und ich bin überzeugt: Wenn das Modell wirtschaftlich Erfolg hat, wird niemand dieses Branding infrage stellen.
Standortdebakel in Schwechat abwehren!
Noch vor einem Jahr schien der Verkehrs- und Infrastrukturstandort Wien-Schwechat in ein unglaubliches Wirtschaftsdebakel zu schlittern. Sowohl bei der AUA als auch beim Flughafen hatten die politisch orientierten Eigentümer ganze Arbeit geleistet. Während die privatisierte AUA konsolidiert zu sein scheint und in Ruhe an ihrer endgültigen Sanierung arbeiten kann, ist der zwar börsennotierte, aber weitgehend politisch dominierte Flughafen weiterhin permanent in den negativen Schlagzeilen. Wenn der Airport seine enorme Bedeutung für die österreichische Wirtschaft nicht verlieren soll, dann sind die politischen Entscheidungsträger gut beraten, dem Beispiel der AUA zu folgen und eine volle Privatisierung durchzuziehen! Private Investoren sind wohl mindestens so interessiert am Erfolg ihres Unternehmens wie politische Würdenträger.
Ein letztes Vorurteil verdient im Zusammenhang mit der privatisierten AUA auch noch ausgeräumt zu werden. Die Sorge, internationale oder gar deutsche Konzerne seien schlechte Eigentümer, ist in aller Regel nicht notwendig. Auch die Übernahme von Billa durch Rewe oder der Bank Austria durch die italienische UniCredit beweisen, dass die Wirtschaftskraft internationaler Muttergesellschaften die positive Entwicklung der österreichischen Töchter im globalen Wettbewerb wesentlich mitgetragen hat.
Die Privatisierung der AUA und ihre Einbindung in die Lufthansa-Gruppe haben dem Unternehmen einen starken Eigentümer gebracht, mit dem es die Trendumkehr bewerkstelligen konnte. Und die AUA ist Austrian geblieben: Der pragmatische, kaufmännische Ansatz der deutschen Eigentümer hat dies fernab der Politik möglich gemacht. Die Politik ist mit oder ohne Krise keine gute Eigentümerin, auch wenn die Bewältigung der Wirtschaftskrise derzeit einen starken Staat im Sinne der Schaffung und Erhaltung bester Wettbewerbsbedingungen benötigt.
Dipl. Ing. Herbert Paierl
Präsident im Management Club Österreich
www.managementclub.at











