Neue Troubles für Grasser: Was wusste er von der Briefkastenfirma Mandarin Group?
- Justiz sperrt Mandarin-Konten
- Grasser wurde in Meidlinger Militärkaserne verhört

Der Ort des Verhörs hatte einen gewissen Symbolcharakter: Karl-Heinz Grasser wurde am Sitz des Bundesamts zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung vom Staatsanwalt einvernommen. Es sind weitere Einvernahmen geplant. Termin gibt es noch keinen, sagt Thomas Vecsej, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, und widerspricht damit Grasser, der den Fall als abgeschlossen betrachtet.
Tatsächlich dürfte Grasser die Verbindung zur ominösen Briefkastenfirma Mandarin Group die meisten Probleme bereiten. Dorthin floss ein großer Teil von Walter Meischbergers Buwog-Provision von insgesamt 7,7 Millionen Euro. Meischi hatte vor dem Staatsanwalt ausgesagt, dass weder Grasser noch sein Freund Ernst-Karl Plech von den Liechtenstein-Konten wussten.
Bezüglich Plech wurde Meischberger bereits der Unwahrheit überführt. Denn Plech, dessen Ehefrau Karina heißt, soll nachweislich 2,46 Millionen Euro auf ein Hypo-Liechtenstein-Konto mit dem Namen Karin erhalten haben, das Plech persönlich 2005 eröffnet hatte. Ein Drittel der Buwog-Provision landete am Konto Natalie. Grassers damalige Freundin hieß zufälligerweise Natalia. Ein weiterer Teil des Buwog-Geldes landete etwas später bei der Mandarin Group, die damit Aktien der Meinl International Power kaufte, die Grasser damals bekanntlich managte.
Was KHG zusätzlich in die Bredouille bringt: Über die Mandarin wickelte er sein Hypo-Investment ab, wo er der Investorengruppe von Tilo Berlin angehörte. Berlin und Co hatten 2007 Anteile an der Hypo Group an die BayernLB weiterverkauft mit 150 Millionen Euro Gewinn. Grasser war über die Treuhandfirma Ferint AG mit dabei. Ferint leitete den Hypo-Erlös von 783.000 Euro an Mandarin weiter. Die Justiz hat die Mandarin-Konten bei der Raiffeisenbank Liechtenstein einfrieren lassen.











