Wopfinger-Geschäftsführer Bursik ist beim Klettern, Radfahren und Segeln anzutreffen
- "Führungskräfte müssen auf ihre Gesundheit schauen"
- Ziel: Im Frühjahr 2011 den Wien Marathon laufen

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Georg Bursik, Geschäftsführer der Wopfinger Bauindustrie, schnuppert gerne Höhenluft im Job und in der Freizeit.
Georg Bursik, 40, Geschäftsführer der Wopfinger Baustoffindustrie, parkt sein Motorrad ein, nimmt den Helm ab und steuert in seiner lässigen Ledermontur das Café Landtmann an. Der sympathische Mann mit dem Strahler 70-Lächeln verkörpert den Erfolgsmenschen schlechthin. Allüren hat er trotzdem so gut wie keine, obwohl er dazu jeden Grund hätte.
Nach seinem Betriebswirtschaftsstudium ging Bursik in die Unternehmensberatung und wechselte mit 27 Jahren in die auf Baustoffe spezialisierte Schmid Industrieholding, besser bekannt unter dem Markennamen Wopfinger. Seine ersten beruflichen Lorbeeren verdiente sich der Jungmanager in Ungarn, wo er mit der Reorganisierung und Neustrukturierung des ersten Baumit-Tochterunternehmens im Osten beauftragt wurde. Eigentlich wollte der Durchstarter nur ein Jahr in Ungarn bleiben, denn es war Bursiks Ziel, in südlicheren Gefilden zu arbeiten. Schon als Student zog es ihn nach Übersee, unter anderem für einige Monate nach Mexiko. Aus seinen Träumen wurde leider nichts aus dem geplanten einjährigen Ungarn-Gastspiel wurden sieben Jahre. Vielleicht hatte ja auch Fortuna ihre Hände im Spiel, denn Bursik lernte im Land der Magyaren auch seine spätere Frau kennen, mit der er heute drei Kinder hat.
Für Friedrich Schmid, Familienoberhaupt der Schmid Industrieholding, war Bursik jedenfalls ein Glücksfall. Denn der Youngster machte Baumit Ungarn mit Putzen und Mörtel, vor allem aber im Bereich der Wärmedämm-Verbundsysteme zu einer der führenden Marken in der ungarischen Bauwirtschaft. Vor drei Jahren berief ihn der Firmenboss zurück nach Österreich, wo Bursik die Geschäftsleitung der Wopfinger Baustoffindustrie mit Sitz im niederösterreichischen Waldegg angeboten wurde.
Vorbildwirkung als Führungskraft
Auch wenn es Bursik nicht leichtfällt, Job und Privatleben klar zu trennen, kann der Mann ganz gut abschalten. Und zwar beim Klettern, Laufen, Radfahren oder Segeln. Als Geschäftsführer hat man eine gewisse Verantwortung, auch nach Feierabend, erklärt er. Wenn ich jedoch zuhause bin, möchte ich primär für meine Kinder da sein. Die richtige Work-Life-Balance zu finden ist ein großes Ziel leichter gemacht durch einen technischen Zufall: Gott sei Dank geht bei uns zuhause in der Hinterbrühl das Handy nicht, lacht er. Nur von einem einzigen Zimmer aus kann er SMS abschicken. Überall sonst daheim ist er für Notfälle nur via Festnetz zu erreichen.
Mindestens eine Stunde am Tag nimmt sich Bursik Zeit, um seine körperliche Fitness in seinem privaten Gym zu trainieren entweder frühmorgens oder spät am Abend. Faule Ausreden, dass Manager keine Zeit zum Entspannen hätten, lässt Bursik nicht gelten: Führungskräfte sind dazu verpflichtet, auf ihre Gesundheit zu schauen nicht zuletzt wegen der Vorbildwirkung. Außerdem sind wir alle auf der Welt, um zu leben nicht zu leben, um zu arbeiten.
Hoch hinaus, doch nicht um jeden Preis. Eines seiner Steckenpferde ist das Klettern. Ein Ausgleich, auf den der Baustoff-Mann in Ungarn mangels Bergen lange verzichten musste. Heute hat er die Hohe Wand als Kletterparadies in unmittelbarer Nähe seines Büros, und bei Schlechtwetter besucht er gerne die Kletterhalle des Alpenvereins in Wien. Bergwandern und klettern war Bursik schon als Knabe. Damals war ihm der Freiluftsport allerdings verhasst, zumindest bis zu seinem fünfzehnten Lebensjahr, weil er mit seinen Eltern auf jeden verdammten Berg raufmusste. Erst nach der Matura fand er Gefallen an dieser sportlichen Disziplin. Ich war mit Eltern und Freunden dann viel in den Hohen Tauern. Schneeberg und Rax waren Standard. Und das Klettern lernte ich am Peilstein.
Klettern und Bergwandern ja, aber mit Maß und Ziel das ist die Prämisse von Bursik. Er bewundert zwar jene, die einen Mount Everest oder einen K2 bezwingen, doch herausfordern müsse man das Schicksal nicht unbedingt, meint der Manager. Es ist schwachsinnig, einen Berg zu besteigen, von dem man weiß, dass zehn Prozent der Gipfelstürmer ums Leben kommen, untermauert er seine Meinung. Bursik lässt zudem nicht unerwähnt, dass seine Großeltern beim Bergwandern am Hochkönig umgekommen sind: Der Großvater hatte offenbar einen Herzinfarkt erlitten; die Wanderergruppe meinte, am Berg ausharren zu müssen, bis Rettung komme in der Folge erfroren alle. Nicht zuletzt deshalb mag Bursik lieber in wärmeren Regionen auf die Berge. Erst kürzlich bestieg er gemeinsam mit Freunden den 2.918 Meter hohen Olymp in Griechenland.
Vor kurzem hat sich der Manager ein neues sportliches Ziel gesteckt. Er möchte im kommenden Frühjahr am Wien Marathon teilnehmen. Die Vorbereitungen dazu laufen bereits auf Hochtouren: Ich trainiere jeden Samsag mindestens zwei Stunden in einem Pulsbereich von 125, 130, erzählt Bursik. Beim Intervalltraining läuft er einfach auf einen Berg hinauf. Dass der erfolgsverwöhnte Mann den Wien Marathon in Bestzeit bewältigen wird, das dürfte keine Frage sein.
Gabriela Schnabel











