Robert Winters Geldtipp der Woche: Rendite-Samba abseits ausgetretener Pfade
- Fondsmanager Will Landers absolute Spitze
- Brasilianer investiert 70% in Papiere aus der 2. Reihe

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Lebenspolizzen immer später in die Gewinnzone
Im Vorjahr musste man keine Anlage-Koryphäe sein, um an den lateinamerikanischen Börsen gutes Geld zu machen. Wer Anfang 2009 einen Betrag von 1.000 Euro in den MSCI-Südamerika-Aktienindex investierte, konnte dank des Börsenbooms seinen Einsatz bis 31. Dezember auf 1.970 Euro fast verdoppeln. Doch es ging noch besser, wie Will Landers, Fondsmanager des Black-Rock Latin American Opportunities Fund (ISIN LU0298454926), bewiesen hat.
Anleger, die ihre 1.000 Euro in seinem Portfolio veranlagten, fanden zu Jahresende exakt 3.020 Euro auf dem Depotauszug ausgewiesen. Damit überflügelte der Fondsmanager nicht nur den Aktienindex um rund 105 Prozent, sondern verwies auch vergleichbare Fonds klar auf die Plätze.
Und auch heuer setzt sich Landers mit seiner Strategie durch. Obwohl die Börsen von Brasilien, Mexiko oder Argentinien seit Jahresbeginn im Schnitt nur um rund acht Prozent zulegten, fuhr der Investmentprofi knapp 18 Prozent Rendite ein und liegt damit wieder weit vor den Ergebnissen seiner Kollegen.
Dieses ungewöhnlich gute Abschneiden ist nur möglich, weil der in São Paulo geborene Experte nicht auf ausgetretenen Pfaden wandelt. Während zahlreiche Investoren zu den Index-Schwergewichten der Lateinamerika-Börsen greifen, investiert Landers zumindest 70 Prozent des Geldes in Papiere aus der zweiten und dritten Reihe. Zusätzlich legt der Fondsmanager darauf Wert, dass Aktien von Unternehmen in sein Fondsdepot kommen, die einen Großteil ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit in Südamerika haben.
Dabei kommt ihm zugute, dass der Wohlstand und die Kaufkraft der aufstrebenden Mittelschicht in Südamerika seit Jahren steigen. Laut Zahlen des IWF kletterte etwa das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Brasilien seit dem Jahr 2002 um jährlich 15 Prozent und in Chile um rund 10 Prozent nach oben. Davon profitieren etwa in unseren Breiten weniger bekannte Konzerne wie Hypermarcas, ein Konsumgüterunternehmen, das frei verkäufliche Arzneimittel ebenso anbietet wie Haushaltsreiniger, Kosmetika und Lebensmittel.
Hypermarcas, dessen Aktie Landers in seinem Fonds hält, betreibt keine eigenen Geschäfte, sondern besitzt wie Procter & Gamble verschiedene etablierte Marken. Die Performance des BlackRock-Depots wurde im zweiten Quartal zusätzlich mit Papieren der brasilianischen Autovermietung Localiza und von Pacific Rubiales, einer kolumbianischen Ölgesellschaft, aufgepeppt. Auch bei Iochpe-Maxion, das Komponenten für den Straßen- und Schienenverkehr erzeugt, hat sich für Landers das Engagement gelohnt.
Fazit: Der von Südamerika-Kenner Will Landers gelenkte Fonds ist auch 2010 gut unterwegs. Anleger müssen aber bedenken, dass Nebenwerte besonders anfällig für Kursverluste sind, wenn der Wind an den Börsen dreht.
winter.robert@format.at











