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29.4.2010 09:38

Buwog-Skandal: Grasser und Meischberger nutzten die selbe Treuhandgesellschaft

  • Gelder flossen über Briefkastenfirma Mandarin
  • Meischberger kaufte über 200.000 MIP-Aktien

Walter Meischberger bringt Karl-Heinz Grasser in Troubles. Denn Teile der Buwog-Provisionen landeten bei der Treuhandfirma Mandarin. Und deren Dienste nutzte auch KHG.

Es ist wieder einmal einer dieser verflixten Zufälle im Leben von Karl-Heinz Grasser (KHG). Und wieder einmal sorgt sein ­Trauzeuge Walter ­Meischberger für akuten Erklärungsnotstand. Diesmal dreht sich alles um ein Konto der Briefkastenfirma Mandarin Group bei der Raiffeisenbank in Liechtenstein.

Doch alles der Reihe nach
Seit September 2009 ermittelt die Staatsanwaltschaft Wien in der Buwog-Affäre rund um den Verkauf von 60.000 Bundeswohnungen im Jahr 2004. Damals hatten „Meischi“ und der PR-Berater Peter Hochegger rund 9,6 Millionen Euro Pro­vision kassiert. Illegal und verdeckt, wie sich herausstellte. Seither steht auch KHG im Visier der Justiz. Denn einerseits war er als Finanzminister für den Buwog-Deal verantwortlich. Andererseits waren Meischberger und Hochegger damals seine Best Buddies. Als FORMAT 11/10 exklusiv berichtete, dass Mandarin im Zusammenhang mit Grassers Investment bei der Hypo Alpe Adria als Treuhänder ­fungiert, um ein Darlehen bei Schwiegermutter Marina Giori-­Swarovski zu tilgen, wurden auch die Buwog-Ermittler sehr hellhörig. Der Grund für das Interesse: Auch Meischberger hatte in ­einer Einvernahme Mandarin mehrfach erwähnt. Einen Teil seines Buwog-Geldes hat er über Mandarin investiert, wie FORMAT vorliegende Protokolle von der Einvernahme von Walter Meischberger belegen.

500.000 Euro für MIP 
„Befragt zum Kreditvertrag zwischen mir und der Mandarin Group Ltd. vom 5. Dezember 2007: Der Vertrag hat den eigentlichen tieferen Sinn, MIP-Aktien zu kaufen“ (Protokoll). Bei MIP handelt es sich um die Skandalfirma Meinl Internatio­nal Power, die von Karl-Heinz Grasser gemanagt wurde. „Die Mandarin Group wurde mir von Herrn Wirnsperger (Anm.: ein Berater) empfohlen“, so Meischberger laut ­Protokoll. „Mir wurde nur ein Konto der Raiffeisen Liechtenstein genannt. Ich habe ihm 500.000 Euro überwiesen. Er war verpflichtet, in diesem Wert weitere MIP-Aktien zu kaufen und zu halten.“

“Über 200.000 MIP-Aktien”
So geschah es, dass „Meischi“ auf dem Höhepunkt der Meinl-Krise Ende 2007 kräftig investierte. Warum er bei MIP volles Risiko fuhr, konnte er den Ermittlern nicht erklären. Grasser spiele aber nur am Rande eine Rolle: „Ich habe im zweiten Halbjahr 2007 begonnen, in MIP zu investieren. Ich wurde dann unsicher und wusste nicht genau, wie es weitergeht. Ich wollte aber weiter MIP haben und sogar kaufen, weil ich einerseits gehört habe, dass trotz dieser Meinl-Krise es am Ende des Weges ein ­lukratives Geschäft wird, und andererseits aus persönlichem Interesse meines Freundes Karl-Heinz Grasser.“ Ähnlich wie beim Buwog-Lobbying hatte Grasser nicht die geringste Ahnung vom MIP-Engagement. „Ich hatte über 200.000 MIP-Aktien, dies wusste Grasser aber nicht. Ich habe mich eines Treuhänders bedient, weil ich nicht wollte, dass meine Aktienbestände in Österreich bekannt werden“, so Meischberger. Warum er ausgerechnet Mandarin auswählte, eine Firma, die auch Grasser zu ihren Kunden zählte? Das sei purer Zufall ge­wesen. Ein Zufall, für den sich die Justiz sehr interessiert, weil sie wissen will, was mit den knapp zehn Millionen Buwog-Provision genau passiert ist.

500.000 Euro für Berlin 
Grasser hat die Konstruktion, über die er beim Weiterverkauf der Hypo Group im Jahr 2007 ein kleines Vermögen verdien­te, wohldurchdacht. Über die Treuhandgesellschaft Ferint AG war er Teil der Investorengruppe rund um den Vermögens­berater Tilo Berlin. Grasser setzte via Ferint AG 500.000 Euro ein und stieg mit 783.000 Euro aus. Ein tolles Geschäft. Das Geld wanderte Anfang 2009 auf ein Liechtensteiner Raiffeisen-Konto der Mandarin Group Ltd. Für die Grün-Abgeordnete Gabriele Moser sind das keine Zufälle: „Die Geldflüsse legen die Vermutung nahe, dass Grasser beim Buwog-Deal mitgeschnitten hat. Es ist ein Justiz­skandal, dass seine Konten noch nicht geöffnet wurden.“ Es gilt die Unschuldsvermutung.

Ashwien Sankholkar

29.4.2010 09:38
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braversteuerzahler, 13. 05. '10 18:05
Immer wieder Grasser - Teil 2
Wenn irgendwo in Österreich ein "Skandal" augenscheinlich wird ist Grasser nicht weit.
Immer hart an der Grenze der Legalität ev sogar überschritten ? Dann aber ab mit ihm zu Hrn. Elsner, da könnten sie dann so richtig fachsimpeln.
Und seine Freunde Meischberger & Co sind auch immer mit dabei .
Hr. Grasser hat jedesmal wehement gegen diese Anschuldigungen gewettert und immer betont zu klagen.
Laufen eigentlich wirklich schon Klagen oder war's immer nur Donner?
Ich bitte alle unabhängigen Medien da wirklich weiter zu recherchieren.
Auch die Namen der Steuersünder von der Schweiz / Liechetenstein CD wären interessant.
Denke da sind viele bekannte Namen der österreichischen Promi Gesellschaft ( inkl. Politiker ) mit dabei.
Ich hab übrigens keine Stiftung und kein Konto in der Schweiz!
braversteuerzahler, 13. 05. '10 15:03
Immer wieder Grasser
Rund um den Verkauf der BUWOG Wohnungen wird immer nur von Ungereimtheitenvon Hrn. Grasser berichtet.
Ich stelle den kompletten Verkauf als das mieseste Geschäft für uns Steuerzahler überhaupt dar.
Welche schäbigen Kellerwohnungen in einer miesen Wohngegend müssen das gewesen sein um sie im Schnitt 15.000.- / Wohnung zu verschenken?

Wozu eine Ausschreibung von Lehman Brothers - nur extra Kosten !
Hat sich da Hr. Grasser eventuell einen Job erwartet ?
Ich hätte den Deal so abgewickelt:
4 Beamte verkaufen in 2 Jahren die 60.000 Wohnungen an junge Familien um das 2-3 fache.
Über 2 Miliarden für's Budget und für 60.000 Jungfamilien eine leistbare Wohnung.
Nur die Immofinanz hätte durch die Finger geschaut.
Aber es sollen ja nur Große was davon - ODER ??
Bitte weiter recherchieren!
Finsterblick, 30. 04. '10 11:10
BUWOG-Affäre dringenden Handlungsbedarf im Parlament. Politische Verantwortung.
Teil 3:

Um ein "abgerundetes" Bild über den Verkauf der BUWOG zu erhalten, wäre es sinnvoll, die "Wahrnehmungsberichte" des RH zu studieren bzw den

früheren Rechnungshofpräsidenten Dr. Franz Fiedler

und den

jetzigen Rechnungshofpräsidenten Dr. Moser zu interviewen.

Wichtige Fragen:

1. Warum ist im Wahrnehmungsbericht des Rechnungshofs ( Prüfung 2002, Veröffentlichung 2007 !) mit keinem Wort auf den potentiellen Unternehmenswert der BUWOG in der Zukunft eingegangen worden ?

2. Warum gibt keinen veröffentlichten Wahrnehmungsbericht über die Prüfung der BUWOG durch den Rechnungshof im Jahre 2007. Da war der Verkauf schon über der Bühne!

http://so-for-humanity.com2000.at SFH-280-439
Finsterblick, 30. 04. '10 11:08
BUWOG-Affäre dringenden Handlungsbedarf im Parlament. Politische Verantwortung.
Teil 2:

Brisante Details könnten auch den Wahrnehmungsberichten des Rechnungshofs entnommen werden.

Der Rechnungshof kam bei seiner Prüfung von Juni bis August 2002 zu folgenden lichtvollen "Wahrnehmungen":

"Eine Veräußerung wäre dann wirtschaftlich, wenn die sich aus der geringeren Staatsverschuldung ergebende Zinsersparnis höher wäre als der Einnahmenausfall des Staates aus den abgeführten Gewinnen seiner Wohnbaugesellschaften".

Mit keinem Wort ist auf den potentiellen Unternehmenswert in der Zukunft eingegangen worden !
Was ist dann tatsächlich passiert?

Die Immofinanz-Tochter BUWOG will ins "benachbarte westliche Ausland" expandieren. Tüchtig.

Warum hat der Rechnungshof dieses Potential nicht behandelt?

http://so-for-humanity.com2000.at SFH-280-439
Finsterblick, 30. 04. '10 11:05
BUWOG-Affäre dringenden Handlungsbedarf im Parlament. Politische Verantwortung.
Teil 1.

Ein Diskussionsbeitrag des Mahners der Nation Dr. Franz Fiedler war schon überfällig. Ein Jahr nach dem Ausscheiden aus der Regierung gibt es also keine Möglichkeit, einen Minister politisch zu belangen. Wäre die Situation anders gewesen, wenn der Rechnungshof alle (beiden) Wahrnehmungsberichte über die Prüfung der BUWOG rasch veröffentlicht hätte?

Eine Frage, die durchaus auch in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu behandeln wäre. Allein: Wer wird diesen beschliessen?

Die Alternative wäre ein " Bürgeruntersuchungsausschuss".

http://so-for-humanity.com2000.at SFH-280-439
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