Ein Berufsheer wäre für die Integration
von Frauen keine positive Entwicklung
- Silvia Moosmaier
- Gender-Beauftragte im Verteidigungsministerium

Das beliebte Argument, Männer müssen, Frauen dürfen zum Heer, ist sehr populistisch.
Die auf der allgemeinen Wehrpflicht von Männern aufbauende Mischform einer Berufs- und Milizarmee stellt, in einem weiteren Kontext betrachtet, durchaus eine für unser Land praktikable Mischform dar. Dies geht auch aus dem Endbericht der Bundesheerreformkommission hervor, deren Mitglieder bekanntermaßen aus den unterschiedlichsten beruflichen und privaten Bereichen gekommen sind. Eines scheint sicher zu sein: Im Falle eines Berufsheeres würde die Integration des Wehrgedankens in der Gesellschaft reduziert werden und die mehr oder weniger Ausgelagerten in eine Position bringen, die in gewissem Maße außerhalb der Gesellschaft stehen würde. Der Personenkreis, aus dem sich in der Folge das Berufsheer zusammensetzen würde, könnte sich homogener entwickeln, als es für eine heterogene Bevölkerung von Nutzen wäre. Dies wäre insbesonders für die Integration von weiblichen Militärpersonen und/oder von MigrantInnen keine positive Entwicklung.
Im Zusammenhang mit dem Ruf nach einem Berufsheer ist immer auch die Frage zu stellen: Wem nützt das? Pragmatisch gesehen welchen Nutzen hat die österreichische Bevölkerung davon? Erwiesenermaßen würden die Kosten steigen, und auch die Sicherstellung von ausreichender Hilfe bei Katastrophen könnte einer neuen Definition unterworfen sein. Zum beliebten Argument, Männer müssen und Frauen dürfen zum Bundesheer: sehr populistisch, denn hier wird nur über einen Teil der allgemeinen Gesellschaftspflicht gesprochen und die unentgeltlich geleistete Sozialarbeit, die großteils von Frauen verrichtet wird, nicht einbezogen. Aus gutem Grund, denn bei einer gesamtösterreichischen Gegenüberstellung der Gesellschaftspflichten würde der Wehrdienst
nur einen marginalen Anteil am Gesamtvolumen ausmachen.











