Grassers Karibik-Connection und seine
Liechtensteiner Kontoverbindungen
- Grassers Valuecreation GmbH wird von einer Karibikfirma mit sehr viel Geld versorgt
- Grasser und Walter Meischberger bunkern ihr Geld im Fürstentum.

Karl-Heinz Grasser tilgte mit dem Hypo-Gewinn ein Darlehen bei der Schwiegermutter und ist ein Spezialkunde der Vaduzer Centrum Bank.
Auf die Mandarin Group wurden die Ermittler beim Durchleuchten der Bankkonten von Walter Meischberger aufmerksam. Immer wieder sollen kleinere und größere Geldbeträge dort hingeflossen sein. Mandarin verteilte die Moneten nach Meischis Wunsch auf andere Privatkonten wie etwa bei der Liechtensteiner Landesbank, wo er seit Anfang 2009 fixer Kunde ist.
Walter Meischberger will die Mandarin-Connection gegenüber FORMAT nicht kommentieren.
Doch Meischberger ist nicht der einzige Österreicher, der mit der Briefkastenfirma Mandarin zu tun hatte. Laut FORMAT exklusiv vorliegenden Informationen zählt auch Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser zu den prominenten Mandarin-Kunden.
So nahm er die Mandarin-Dienste für die Weiterleitung seines Gewinns aus dem Hypo-Group-Deal in Anspruch. Zur Erinnerung: Ende 2006 kaufte Karl-Heinz Grasser über die Schweizer Treuhandgesellschaft Ferint AG vom Investor Tilo Berlin einen Hypo-Genussschein im Wert von 500.000 Euro. Ein ähnliches Geschäft machten damals etwa IV-Präsident Veit Sorger oder Ex-Mayr-Melnhof-Chef Michael Gröller.
Die versteckte Hypo-Transaktion war notwendig, um Spuren zu verwischen, vermuten die Ermittler. Denn Grasser war Ende 2006 noch Finanzminister. Darum dementiert Grasser-Anwalt Manfred Ainedter: Mein Mandant hat weder direkt noch indirekt vom Hypo-Deal profitiert. Das gilt nicht nur für ihn persönlich, sondern auch für Verwandte und Familienmitglieder. Ausgeschlossen ist freilich nicht, dass Grasser wiederum für einen Dritten agierte, wie kolportiert wird. In der Realität gilt diese Variante eher als unwahrscheinlich. Zudem belegen FORMAT-Recherchen das Gegenteil.
Jedenfalls bescherte das Hypo-Investment der Ferint AG eine Rendite von mehr als 50 Prozent. Dementsprechend konnten von einem Konto der Ferint AG bei der Meinl Bank 783.000 Euro (Grassers Hypo-Einsatz plus Gewinnanteil) an ein Mandarin-Konto bei der Raiffeisen Bank (Liechtenstein) AG überwiesen werden. Bei der Transaktion agierte die Mandarin Group als Grassers Treuhänder. Sie hatte den Auftrag, ein Darlehen, das Grasser bei seiner Schwiegermutter Marina Giori-Swarovski aufgenommen hatte, zu tilgen. Karl-Heinz Grasser lässt FORMAT dazu über Anwalt Ainedter ausrichten: Kein Kommentar.
Im Umgang mit Briefkastenfirmen und Treuhandgesellschaften fühlt sich Grasser offensichtlich wohl. Um seine Valuecreation GmbH in Wien mit Hunderttausenden Euro zu speisen, greift er auf eine Silverwater Invest + Trade Inc. zurück. Diese auf der Karibikinsel Tortola domizilierte Gesellschaft transferiert das Geld von ihrem Konto bei der Centrum Bank in Liechtenstein auf das Valuecreation-Konto bei der Meinl Bank.
Die Centrum Bank ist für ihre Diskretion berühmt und wurde Grasser von Julius Meinl V. höchstpersönlich empfohlen. Meinl war es auch, der dem Vaduzer Geldhaus im Vorjahr österreichweit Publicity verschaffte. Immerhin war es die Centrum Bank, die für Meinl die Rekordkaution von 100 Millionen Euro für die Enthaftung bereitstellte.
Doch nicht nur die Karibikgesellschaft Silverwater, sondern auch Grasser persönlich zählt zu den handverlesenen Kunden der Centrum Bank. Der Finanzminister a. D. vertraut der Expertise der alteingesessenen Rechtsanwaltsfamilie Marxer, der neben der Bank auch die Liechtensteiner Treuhandgesellschaft Confida gehört.
Wie viel Geld auf den diversen Grasser-Konten in Liechtenstein bunkert, interessiert nicht nur den Wiener Staatsanwalt. Auch die Politik schreit nach einer lückenlosen Aufklärung der Grasser-Rolle in der Buwog-Affäre.
Die Grün-Abgeordneten Werner Kogler und Peter Pilz fordern seit längerem ein härteres Vorgehen gegen den skandalumwitterten KHG. Und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter will, dass die Justiz alle Konten des Ex-Finanzministers im In- und Ausland öffnet.
Nachdem der Staatsanwalt nun Grassers innige Beziehung zur Steueroase Liechtenstein kennt, dürfte das kein Problem mehr sein.
Ashwien Sankholkar











