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25.02.201013:36 Uhr

Ehemaliger ÖBB-Personalchef Franz Nigl übernimmt die Personalagenden der Post

  • Nigl will Leistungsorientierung der Beamten fördern
  • "Restrukturierung heißt nicht nur Personalabbau"

Franz Nigl wird mit 1. März Personalchef der Post. Der ehemalige ÖBB-Manager will mehr Leistungsorientierung der Beamten.

Mit 1. März erhält die Post einen neuen Personalchef. Einen, der sich im komplizierten Geflecht zwischen Beamtendienstrecht und den Anforderungen gewinnorientierter Unternehmen besonders gut auskennt: Franz Nigl. „Er ist ein ausgewiesener Experte, der die schwierige Personalaufgabe als Teil meines Teams bestmöglich bewerkstelligen kann“, lobt Post-Chef Georg Pölzl. Die Post hat derzeit rund 21.500 Mitarbeiter in Österreich, 60 Prozent davon sind Beamte. Wie in den vergangenen Jahren auch, muss der Abbau weiter fortgesetzt werden, genaue Zahlen dafür gibt es im Moment keine.

Datenaffäre beschleunigte ÖBB-Abgang
Nigl, der als Lehrling bei der Telekom Austria begann und bis Jahresende bei den ÖBB die Personalagenden leitete, sieht sich nicht als reiner Kopfzahl-Reduzierer. „Restrukturierung heißt nicht Personalabbau allein. Es geht darum, eine leistungsorientierte Unternehmenskultur einzu­führen“, betont Nigl. Besonders genau ansehen will sich Nigl das Karriere- und Entwicklungscenter der Post, in dem Mitarbeiter ohne Arbeit geparkt werden. Wenn sich herausstellt, dass das Center kein geeignetes Instrument für eine Restrukturierung ist, wird es adaptiert und verändert werden. Der Abschied von den ÖBB, der durch die Affäre um angeblich illegal gespeicherte Krankendaten beschleunigt wurde, sei ihm nicht ganz leicht gefallen. „Die Arbeit dort ist noch nicht erledigt“, sagt Nigl. Die Vorwürfe gegen ihn im Datenskandal werden sich allesamt als haltlos erweisen, ist der gebürtige Wiener überzeugt.

Gewerkschaftsgespräche stehen an
„Für mich war die Post nicht automatisch der nächste Karriereschritt“, erklärt Nigl. „Ich habe mir schon die Frage gestellt, ob ein kostenorien­tiertes und entscheidungsfreudiges Arbeiten im staatsnahen Umfeld überhaupt gewünscht ist.“ Die Gespräche mit Pölzl hätten ihm gezeigt, dass dies bei der Post eindeutig gefordert ist. Denn die Post sei allein durch die Börsennotierung anders. Einer der ersten Termine für Nigl wird jener mit der Personalvertretung sein. Auf harte Verhandlungen kann sich Gewerkschafter Gerhard Fritz bereits einstellen. In den vergangenen beiden Monaten ohne Arbeit hat sich der 46-Jährige „so gut erholt wie noch nie“.

Hochstöger, 27. 02. '10 13:27
Ein Bosnigl auf Herbergsuche
Der durch jahrelang organisiertes "Hinwegsetzen" über dutzende Gesetze bekannt gewordene oberste Belegschaftsdompteur der ÖBB hat wieder Unterschlupf gefunden. Beruhigend - für ihn zumindest.

Natürlich im geschützten Bereich. Und selbstverständlich mit Unterstützung der ÖVP. Deren Profil orientierte sich noch selten an Anstand sondern primär daran ob die Person noch im finstersten Tunnel einen ordentlichen Schatten wirft. Überbelichtet dürfte der Mann ohnehin nicht sein. Wie und wo sonst sollten solche Kaliber noch versorgt werden können als bei Vater Staat.

Eine Ohrfeige ins Gesicht des Steuerzahlers und jedes Menschen der seiner Arbeit mit Anstand nachgeht.
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