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15.10.2009 10:43

Fehlinvestments an der Wiener Börse: KHGs Aktientipps kamen 'Meischi' teuer zu stehen

  • Wenig lukrativ: Grasser gab MEL- & MIP-Aktientipps
  • Immofinanz hat Provisionen nicht allein finanziert

Karl-Heinz Grassers Aktientipps dürften seinem Freund Walter Meischberger hundertausende Euro gekostet haben.

Walter Meischberger dürfte von der Freundschaft mit Karl-Heinz Grasser nicht nur profitiert haben. Es sind die Aktientipps von „KHG“, die „Meischi“ viel Geld gekostet haben sollen. Denn für den österreichischen Kapitalmarkt rührte Grasser nicht nur in der ­Öffentlichkeit die Werbetrommel, sondern auch im engen Freundeskreis. So inves­tierte Ex-FPÖ-Generalsekretär Meischberger einen nicht unwesentlichen Teil seines Buwog-Lobbyinghonorars von rund 7,7 Millionen Euro an der Wiener Börse – und die sackte bekanntlich ordentlich ab.

In MEL und MIP investiert
„Mein Mandant hat durch Wertpapiergeschäfte einige Hunderttausend Euro verloren“, sagt Meischberger-Anwalt Gerald Toifl gegenüber FORMAT. „Er hat vor allem in Blue Chips investiert.“ Aber nicht nur: In „Meischis“ Portfolio finden sich größere Aktienpakete von Meinl European Land (MEL; heute: Atrium) und Meinl International Power (MIP). Beide Gesellschaften haben nach Auffliegen der Meinl-Affäre massiv an Wert verloren. Die Details über Meischbergers Millionenverluste sind Finanz und Staatsanwaltschaft seit der Vorwoche bekannt. Die Behörden prüfen derzeit die verschlungenen Wege der Buwog-Provisionen: Das Geld floss „steuerschonend“ über eine Briefkas­tenfirma in Zypern auf Meischbergers Liechtensteiner Bankkonto.

Anonyme Insider packen aus
Bei der Staatsanwaltschaft melden sich indes immer mehr Personen, die zum Thema Buwog auspacken. Unter Zusicherung der Anonymität lieferten „Insider“ bereits wichtige Hinweise. So hat die Immofinanz die Provisionen nicht allein finanziert. Die Ausgaben sollen den Buwog-Konsortialmitgliedern (Raiffeisen Oberösterreich, Wiener Städtische) weiterverrechnet worden sein. Nämlich über einen Preisnachlass beim Weiterverkauf des Hälfteanteils an der „ESG Villach“ an die Immofinanz. Raiffeisen und Städtische haben bisher dementiert, von den Buwog-Provisionen gewusst zu haben. Die Staatsanwaltschaft kennt die damit befassten Personen und wird die neuen Hinweise prüfen. 

Von Ashwien Sankholkar

Im Bild: Meischberger, Grasser (v. l.)

15.10.2009 10:43
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