Meinung

20.05.200915:46 Uhr

Brotberuf und Weinbar: Herbert Hacker über das "Tinto Rosso" in der Wiener Innenstadt

  • Mit den neuen Betreibern geht wieder aufwärts
  • Ein sympathischer Szenetreff für Weintrinker

Schon bald nach der Gründung galt das Tinto Rosso als eine der besten
Weinbars in Wien. Die damaligen Betreiber brachten viel Know-how und Engagement mit. Durch einen Besitzerwechsel versank die Bar danach allerdings für ein paar Jahre in der Bedeutungslosigkeit und wurde ziemlich heruntergewirtschaftet.

Seit einiger Zeit haben wieder neue Betreiber das Sagen. In mehr als einem Jahr haben Kurt Perko und Gerlinde Kast in mühevoller Aufbauarbeit das Tinto Rosso wieder zu dem gemacht, was es einmal war: zu einem sympathischen Szenetreff für Weintrinker zum Abhängen nach dem Büro.

Optisch hat sich das Tinto Rosso nur wenig verändert, die Möbel und Lampen sind jetzt etwas moderner, vor allem aber Küche und Weinauswahl haben wieder jenen Standard erreicht, der in der öden Zwischenphase abhanden gekommen war.

Gekocht wird eigentlich nicht wirklich, es sind vor allem italienische Antipasti, die hier angeboten werden, doch auch da gibt es bekanntlich haushohe Unterschiede. Am Weinsektor – und das ist schließlich die Hauptsache in einer Weinbar – ist das Angebot vor allem bei den Österreichern nicht nur erfreulich umfangreich, auch die Preise sind moderat. Erstaunlich auch, dass die sympathischen Betreiber das Tinto Rosso im Nebenberuf führen. Gerlinde Kast ist im Hauptberuf Bankerin, und Kurt Perko, einst in einer Spitzenposition bei der Postbus AG, arbeitet heute als Lobbyist. Scheinbar mühelos verbinden die beiden Brotberuf mit Weinbar.

Beiden ist es jedenfalls zu verdanken, dass dieser gefragte Szenetreff heute wieder so etwas Ähnliches wie eine Seele hat – und das liegt immer nur an jenen Leuten, die ein Lokal führen.

Name: Tinto Rosso
Adresse: 1010 Wien, Dr.-Karl-Lueger-Platz 4b, Tel.: 01/513 04 80
Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 16–24 Uhr
Preise: Antipasti bis 12,90, Weine (1/8) ab 2,90 Euro

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