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Im Konzept steht viel Richtiges und Wichtiges

  • Helga Rabl-Stadler
  • ORF-Stiftungsrätin, ÖVP

„Ich bereue es, der Anstellung von 1.400 freien Mitarbeitern zugestimmt zu haben.“

Der ORF ist ein Sanierungsfall wirtschaftlich und inhaltlich, trotz vieler wunderbarer Mitarbeiter, weil seit Jahren bloß gebunkert, aber nicht gehandelt wird. Die von allen Stiftungsräten an die Geschäftsführung gerichtete Forderung nach einer Strategie für den Weg von der Anstalt zum Multimediaunternehmen wurde seit Jahren abgeschmettert. Strategie wurde als Zumutung abgewehrt und nicht als unabdingbare Leitlinie für die Zukunftssicherung des ORF verstanden. Seit einer Woche gibt es ein „Konzept für den ORF im digitalen Zeitalter bis 2015“. Drin steht viel Richtiges und Wichtiges. Aber nach der Erfahrung der letzten Jahre muss man sagen, es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Es ist für den ORF nicht fünf vor zwölf, sondern leider viel später. Hugo Portischs Forderung „Rettet den ORF“ ist keine Übertreibung, sondern Aufschrei eines Menschen, der den Idealtyp des öffentlich-rechtlichen Journalismus verkörpert.

Was ist zu tun? Die Politik darf Medienpolitik nicht zur Personal­politik schrumpfen. Sie muss den ORF finanziell besser ausstatten, Gebührenbefreiungen sind sozialpolitisch richtig, aber können nicht dem ORF angelastet werden. Selbstverständlich darf der Gesetzgeber seine finanziellen Schritte an Bedingungen knüpfen. Im Unternehmen selbst gilt es, nicht länger unverständliche Privilegien als wohlerworbene Rechte zu verteidigen, nicht länger den nicht Leistungsbereiten die Möglichkeit zu geben, sich hinter starren Arbeitszeitregelungen und unüberwindlichen Ressortgrenzen zu verstecken. Ich bereue es, der Anstellung von 1.400 freien Mitarbeitern zugestimmt zu haben, die dem ORF untragbare finanzielle Lasten gebracht haben und von vielen überhaupt nicht als wünschenswert empfunden wurde.
Gerne bin ich bereit, daran mitzuarbeiten, dass die Österreicher auf ihren ORF wieder stolz sein können. Öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist ein unersetzlicher Partner für Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Tourismus und Sport. Er ist das einzige Massenmedium, das nicht nur nationale, sondern auch übernationale Bedeutung hat. Er ist das Medium österreichischer Identität, kein anderes kann seine Aufgabe übernehmen. Der ORF muss wieder wichtigstes Aushängeschild der Kulturweltmacht Österreich werden.

26.3.2009 15:18
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